Erkrankungen
Arteriosklerose bei älteren Pferden: Was du wissen musst
Pferde werden durchschnittlich 25 bis 30 Jahre alt, und wie beim Menschen verschleißen auch die Blutgefäße. Arteriosklerose — auch Gefäßverkalkung genannt — tritt immer häufiger bei Pferden über 15 Jahren auf und kann schwerwiegende Folgen für das Herz und die Durchblutung von Organen und Gliedmaßen haben. Erkennst du die ersten Anzeichen rechtzeitig, kannst du viel Leid verhindern. In diesem Artikel erfährst du, was Arteriosklerose bei Pferden genau bedeutet, welche Symptome du erwarten kannst und wie du den Krankheitsverlauf bestmöglich managst.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was ist Arteriosklerose bei Pferden?
Arteriosklerose ist ein Prozess, bei dem die Wände der Schlagadern dicker und steifer werden durch die Ansammlung von Kalzium, Fett und Bindegewebe. Bei Pferden betrifft dies besonders die großen Schlagadern um das Herz, die Aorta und die Gefäße, die die Darmwand versorgen. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend über Jahre und ist in jungen Jahren selten ein Problem. Bei Pferden älter als 15 Jahren sieht der Tierarzt bei Obduktionen regelmäßig verkalkte Gefäßwände — Schätzungen gehen von 30 bis 50 Prozent der älteren Pferde aus. Die verminderte Elastizität der Gefäße erhöht den Blutdruck und lässt das Herz härter arbeiten, was langfristig zu Herzversagen oder plötzlichen inneren Blutungen führen kann.
Risikofaktoren, die du beeinflussen kannst
Einige Faktoren sind unveränderbar — Alter und Genetik — aber eine Reihe von Risikofaktoren lassen sich durch gezieltes Management steuern:
- Übergewicht und zu hohe Energieaufnahme, besonders bei Pferden mit PPID (Cushing)
- Langfristige Bewegungsarmut, zum Beispiel durch Verletzungen oder zu kleine Paddocks
- Strukturell zu hohe Getreiderationen, die zu Insulinspitzen führen
- Chronische Entzündungen wie Rehe oder Zahnprobleme, die unbehandelt bleiben
- Erhöhte Cortisolspiegel durch Stress oder schlecht gemanagtes Cushing
Symptome, die du früh erkennen kannst
Arteriosklerose zeigt selten ein einzelnes klares Symptom. Normalerweise siehst du eine Kombination von vagen Beschwerden, die du leicht dem Älterwerden zuschreiben kannst. Achte auf:
- Schnellere Ermüdung während oder nach dem Reiten, selbst bei leichter Belastung
- Unregelmäßige oder harte Herzschläge bei der Auskultation (über 48 Schläge pro Minute in Ruhe ist ein Warnsignal)
- Schwellungen an den Unterbeinen durch verminderten venösen Rückfluss
- Koliksymptome ohne klare Fütterungsursache, möglicherweise durch schlechte Darmdurchblutung
- Blasse oder bläuliche Schleimhäute als Zeichen von Durchblutungsproblemen
Diagnose: Was macht der Tierarzt?
Es gibt keinen Bluttest, der Arteriosklerose bei Pferden direkt nachweist. Der Tierarzt kombiniert mehrere Untersuchungen: eine Herzecho (Echokardiographie) zur Beurteilung der Pumpfunktion und Gefäßwände, ein EKG bei Hinweisen auf Rhythmusstörungen und Blutuntersuchungen zur Aufdeckung zugrundeliegender Erkrankungen wie PPID oder Insulinresistenz. Cholesterin ist bei Pferden ein weniger zuverlässiger Marker als beim Menschen, aber Triglyzeride und Insulinspiegel sagen viel über das metabolische Risikoprofil aus. Eine frühzeitige Basisuntersuchung — bereits ab 12 bis 14 Jahren — gibt dir etwas, mit dem du spätere Messungen vergleichen kannst. Speichere diese Ergebnisse in der Pferdeakte von EquiSight, damit dein Tierarzt die Entwicklung über die Jahre sofort erkennen kann.
Behandlung und tägliches Management
Es gibt kein Medikament, das Verkalkung rückgängig macht, aber du kannst die Progression verlangsamen und die Lebensqualität hoch halten:
- Regelmäßige, angepasste Bewegung: 20 bis 30 Minuten Schrittarbeit pro Tag fördern die Durchblutung, ohne das Herz zu überbelasten
- Raufutter-basierte Ration mit minimalen raffinierten Kohlenhydraten; lass einen Futterplan von einem anerkannten Pferdeernährungsberater erstellen
- Gewichtskontrolle: anstreben eines Konditionsscore von 4 bis 5 auf einer Skala von 9
- Medikamentöse Unterstützung von PPID mit Pergolid, falls diagnostiziert
- Regelmäßige Zahnkontrolle und Hufflege, um chronische Schmerzquellen zu beseitigen
- Halbjährliche Herzkontrollen bei Pferden älter als 18 Jahre
EquiSight hilft dir, Trends zu verfolgen
Arteriosklerose erfordert eine langfristige Perspektive. In der Pferdeakte von EquiSight dokumentierst du Gewichtsmessungen, Konditionsscores und Blutuntersuchungsergebnisse, sodass du den Trend selbst verfolgst, ohne jeden alten Papierkram aufbewahren zu müssen. Über EquiCoach stellst du einfach eine Frage wie ‚Worauf muss ich bei einem 20-jährigen Pferd mit Cushing und hohen Triglyceriden achten?' und erhältst sofort praktischen Hintergrund. Nutze den Kalender, um halbjährliche Herzkontrollen und Futterbeurteilungen einzuplanen, damit nichts verloren geht.
