Erkrankungen
Allergie beim Pferd: Symptome erkennen und angehen
Ein Pferd mit einer Allergie sendet Signale aus, die man als Besitzer leicht übersehen oder mit etwas anderem verwechseln kann. Dennoch ist frühes Erkennen wichtig: Unbehandelte Allergien können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und manchmal zu chronischen Atemwegsproblemen führen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Symptome auf eine Allergie hinweisen, was die häufigsten Ursachen sind und wie Sie konkrete Schritte unternehmen können, um Ihrem Pferd zu helfen.
Veröffentlicht: 5/23/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV
Was genau ist eine Allergie beim Pferd?
Eine Allergie ist eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf einen Stoff, der an sich nicht schädlich ist, wie Pollen, Schimmelpilze oder bestimmte Nahrungsbestandteile. Das Immunsystem betrachtet diesen Stoff als Bedrohung und reagiert mit Entzündungsreaktionen. Bei Pferden kommen Allergien häufiger vor, als viele Menschen denken: Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller Pferde leiden irgendwann an einer allergischen Erkrankung. Die Unterscheidung von einer Infektion oder anderen Erkrankung ist nicht immer ohne Tierarzt möglich, aber die Symptome geben bereits eine erste Richtung vor.
Die häufigsten Symptome im Überblick
Allergiesymptome bei Pferden äußern sich auf drei Arten: über die Haut, die Atemwege oder den Verdauungstrakt. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome erkennen, ist eine weitere Untersuchung ratsam.
- Starker Juckreiz, oft im Bereich von Mähne, Schweif, Bauch oder Beinen
- Kahle Stellen, Krusten oder Wunden durch Kratzen und Scheuern
- Husten, Keuchen oder schnelle Atmung während oder nach Belastung
- Wässriger oder dicker Ausfluss aus Nase und/oder Augen
- Nesselsucht: runde, erhabene Stellen auf der Haut
- Durchfall oder aufgeblähter Bauch ohne erkennbare andere Ursache
Häufige Allergene bei Pferden
Der Auslöser variiert je nach Pferd, aber einige Quellen tauchen immer wieder auf. Heuallergien (durch Schimmelpilze und Staub im Heu) sind die häufigste Ursache von Atemwegsproblemen. Insektenspeichel von Gnitzen (Culicoides) verursacht die bekannte Sommerekzem-Reaktion bei etwa 3 bis 5 Prozent der deutschen Pferde. Futterallergien sind seltener, kommen aber bei Getreide, Soja und bestimmten Kräutern vor.
- Schimmelpilze und Staub in Heu oder Stroh
- Speichel von Gnitzen (Culicoides-Arten)
- Pollen von Gräsern und Bäumen (saisonbedingt)
- Nahrungsbestandteile wie Getreide, Soja oder Ackerbohnen
- Chemische Stoffe in Pflegeprodukten oder Gummiausrüstung
Sommerekzem: gezielt erkennen
Sommerekzem ist eine der bekanntesten allergischen Hauterkrankungen bei Pferden und wird durch den Stich von Gnitzen verursacht. Es beginnt typischerweise im April oder Mai und verschwindet erst, wenn die Gnitzen weg sind, also etwa im Oktober. Besonders auffällig sind Juckreiz und Haarausfall an Mähne, Schweifansatz und Bauchlinie. Manche Pferde beschädigen sich durch Scheuern so stark, dass offene Wunden entstehen. Ein Pferd mit Sommerekzem hat eine genetische Veranlagung; es tritt häufiger bei Isländern, Friesen und Welsh-Ponys auf. Erfassen Sie die ersten Symptome pro Saison im Pferdedossier von EquiSight, damit Sie ein Muster erkennen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können.
Wann sofort den Tierarzt anrufen?
Manche Situationen erfordern schnelles Handeln. Rufen Sie noch am selben Tag Ihren Tierarzt an, wenn Sie Folgendes beobachten.
- Schwere Atemnot oder pfeifende Atmung in Ruhe
- Plötzliche Nesselsucht am ganzen Körper nach Kontakt mit einem neuen Produkt oder Futter
- Offene, blutende Wunden durch Selbstverletzung bei Juckreiz
- Anhaltender Durchfall länger als 24 Stunden in Kombination mit anderen Symptomen
- Deutliche Schwellung von Kopf, Lippen oder Beinen ohne erkennbare Ursache
Praktische Schritte zur Verringerung von Allergiesymptomen
Eine Allergie lässt sich selten vollständig beseitigen, aber die Exposition gegenüber dem Allergen kann erheblich reduziert werden. Nasses oder eingeweichtes Heu enthält bis zu 90 Prozent weniger Staub als trockenes Heu. Bei Sommerekzem hilft eine gut schließende Fliegendecke, die auch den Bauch bedeckt, sowie eine Einstallung von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, wenn Gnitzen am aktivsten sind. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um Behandlungen und Reaktionen festzuhalten, damit Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt schnell erkennen, was funktioniert und was nicht. Fragen Sie auch EquiCoach nach einer personalisierten Checkliste auf Basis der Dossierangaben Ihres Pferdes.
