Saison

Erste Frühlingsweide: so bauen Sie langsam auf

Nach einem Winter im Stall oder auf einer kargen Winterweide ist es verlockend, das Pferd sofort ausgiebig grasen zu lassen, sobald das Gras wieder grün wird. Doch das ist ein Rezept für Probleme: Frisches Frühlingsgras steckt voller Zucker und Eiweiße, auf die die Darmflora des Pferdes noch nicht eingestellt ist. Ein schrittweiser Aufbau der Weidezeit schützt den Darm, senkt das Risiko für Kolik und Hufrehe und gibt dem Pferd die Möglichkeit, das Gras wirklich zu genießen – ohne negative Folgen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie diesen Aufbau konkret gestalten.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Erste Frühlingsweide: so bauen Sie langsam auf — illustratie bij EquiSight Saison

Warum Frühlingsgras so anders ist

Frühlingsgras enthält zwei- bis dreimal so viele nicht-strukturelle Kohlenhydrate wie Sommergras, das bereits eine Weile gewachsen ist. Diese Zucker – hauptsächlich Fruktane – werden im Dünndarm kaum verdaut und gelangen größtenteils in den Blinddarm. Dort vergären sie rasend schnell, was den pH-Wert senkt und die Darmflora stört. Die Folgen können von leichten Bauchbeschwerden bis hin zu schwerer Kolik oder Hufrehe reichen. Ponys, Pferde mit EMS oder Pferde, die bereits früher Hufrehe hatten, sind besonders gefährdet. Behalten Sie das beim Festlegen des Aufbauzeitraums im Hinterkopf.

Aufbauplan: Woche für Woche

Ein sicherer Aufbauplan beginnt klein und erhöht die Weidezeit schrittweise. Die folgenden Zeiten sind Richtwerte für ein durchschnittliches erwachsenes Pferd ohne bekannte Stoffwechselprobleme; für Ponys oder Risikopferde halbieren Sie die Zeiten.

  • Woche 1: 15 bis 20 Minuten pro Tag, vorzugsweise am Nachmittag, wenn die Zuckerkonzentration im Gras niedriger ist
  • Woche 2: Steigerung auf 30 bis 45 Minuten pro Tag
  • Woche 3: eine bis eineinhalb Stunden pro Tag, nach Möglichkeit auf zwei Einheiten aufgeteilt
  • Woche 4: zwei bis drei Stunden pro Tag
  • Woche 5 und weiter: schrittweise Ausdehnung auf die gewünschte Weidezeit oder ganztägige Beweidung

Der richtige Zeitpunkt des Tages

Gras speichert tagsüber durch Photosynthese Zucker und verbraucht diesen nachts als Energie. An klaren, kalten Frühlingsnächten – wenn die Temperatur unter 5 °C fällt – kann das Gras diesen Zucker nicht verbrennen, sodass die Konzentration bei Sonnenaufgang besonders hoch ist. Schicken Sie Ihr Pferd vorzugsweise zwischen 14.00 und 20.00 Uhr nach draußen, wenn der Zuckergehalt am niedrigsten ist. Bei bewölktem Wetter oder höheren Nachttemperaturen ist die Schwankung geringer, aber die Faustregel bleibt nützlich.

Raufutter vor dem Austreiben geben

Ein Magen, der bereits teilweise mit Heu gefüllt ist, verlangsamt die Aufnahme von frischem Gras. Geben Sie Ihrem Pferd mindestens 30 Minuten vor dem Austreiben eine Portion gutes Heu – rechnen Sie mit etwa 1 bis 1,5 kg. So grast es weniger gierig und konzentriert, und die Darmflora hat mehr Zeit, den Zucker schrittweise zu verarbeiten. Besonders in den ersten zwei Wochen des Aufbauplans ist das eine einfache, aber wirksame Maßnahme.

Anzeichen dafür, dass es zu schnell geht

Beobachten Sie Ihr Pferd in den Stunden nach der Rückkehr von der Weide genau. Frühe Signale, dass der Aufbau zu schnell voranschreitet, sind unter anderem:

  • Unruhiges Verhalten, Zurückschauen auf den Bauch oder langes Liegen
  • Weicher oder wässriger Kot in den ersten Tagen nach der Weideeinführung
  • Wärme oder erhöhter Puls spürbar an den Hufen (Hufrehe-Signal)
  • Steifheit bei der Bewegung oder Weigerung, Gewicht auf die Vorderhufe zu verlagern
  • Plötzliche Veränderung des Fress- oder Trinkverhaltens

Im Pferdedossier festhalten

Notieren Sie, wie lange Ihr Pferd täglich auf der Weide steht, und halten Sie mögliche Reaktionen fest. Im Pferdedossier von EquiSight können Sie ganz einfach eine tägliche Beobachtung hinzufügen, sodass Sie nach einigen Wochen genau nachvollziehen können, welcher Plan gut funktioniert hat. EquiCoach erkennt Muster in Ihren Notizen und gibt einen Hinweis, wenn Verhaltensauffälligkeiten häufiger rund um Weidetage auftreten. Das ist praktisch, wenn Sie mehrere Pferde haben oder wenn in Ihrem Stall wechselnde Tierpfleger tätig sind.

Fressgeschwindigkeit mit einer Graasmaske begrenzen

Für Pferde, die sehr gierig grasen oder ein erhöhtes Risiko haben, ist eine Grasmaske oder Grasbeschränker ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Eine Maske mit engmaschigem Netz verlangsamt die Grasaufnahme um 30 bis 50 Prozent. Das kompensiert eine zu schnell aufgebaute Weidezeit nicht vollständig, bietet aber in Kombination mit einem schrittweisen Plan durchaus zusätzlichen Schutz. Überprüfen Sie die Maske täglich auf Verschleiß und reinigen Sie sie regelmäßig, um Hautreizungen zu vermeiden.

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