Wettkämpfe
Eventing-Kondition in 12 Wochen aufbauen
Eventing verlangt ein Pferd, das Dressur mit Energie reitet, über einen Geländeparcours galoppiert ohne einzubrechen und danach noch eine fehlerfreie Springprüfung absolviert. Diese dreigliedrige Kondition baut man nicht in zwei Wochen auf. Mit einem strukturierten 12-Wochen-Plan legst du die Grundlage für ein Pferd, das am Wettkampftag wirklich in Topform ist. In diesem Artikel findest du ein konkretes Schema, Richtlinien für Intervalltraining und Tipps, um Übertraining zu vermeiden.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Warum 12 Wochen genau richtig sind
Zwölf Wochen geben dir ausreichend Zeit, aerobe Kapazität, Muskelkraft und mentale Belastbarkeit Schritt für Schritt aufzubauen, ohne dein Pferd zu überfordern. In den ersten vier Wochen legst du ein aerobes Fundament durch lange, ruhige Galoppeinheiten und abwechslungsreiche Arbeit. In den Wochen fünf bis acht fügst du Intensität mit kürzeren Intervallblöcken hinzu. In den letzten vier Wochen bringst du das Pferd auf Parcoursniveau und sorgst dafür, dass die aufgebaute Leistung auch wirklich gefestigt wird. Jeder Vier-Wochen-Block endet mit einem Ruhetag oder einer leichteren Woche mit etwa 20 Prozent weniger Belastung, damit sich der Körper erholen und die Anpassungen festigen können.
Wochen 1–4: aerobe Basis aufbauen
Die erste Phase dreht sich um Volumen, nicht um Geschwindigkeit. Plane fünf bis sechs Arbeitstage pro Woche mit Einheiten von 45 bis 60 Minuten. Zwei- bis dreimal pro Woche eine ausgedehnte Galoppeinheit in einem ruhigen Tempo — denk an 350 bis 400 Meter pro Minute über insgesamt 10 bis 15 Minuten. An den übrigen Tagen kombinierst du Schritt- und Trabarbeit mit gymnasisierenden Übungen für Rücken und Hinterhand. Speichere die Konditionsarbeit im Pferdedossier von EquiSight, damit du den Fortschritt im Nachhinein nachvollziehen kannst.
Wochen 5–8: Intervalltraining einführen
Ab Woche fünf führst du zweimal pro Woche Intervalltraining ein. Ein klassisches Schema: 4 × 3 Minuten Galopp bei 500 Metern pro Minute mit 3 Minuten Erholungsschritt dazwischen. Füge jede Woche ein Intervall hinzu oder verlängere die Dauer um 30 Sekunden. Halte die Herzfrequenz im Blick — dein Pferd sollte nach 10 Minuten Erholung nicht mehr als 64 Schläge pro Minute aufweisen. Liegen die Werte höher, ist die Belastung noch zu schwer und du wiederholst die vorherige Woche. Über den Kalender in EquiSight planst du die Intervallblöcke an festen Tagen und vermeidest, dass sie zu dicht aufeinanderfolgen.
Wochen 9–12: parcoursspezifische Vorbereitung
In der letzten Phase simulierst du die Wettkampfsituation so genau wie möglich. Trainiere mindestens einmal pro Woche über Hindernisse im Gelände und kombiniere dies mit einer Dressurstunde zu Beginn desselben Tages. So gewöhnt sich dein Pferd an die Reihenfolge Dressur–Springen–Gelände. Reite in Woche zehn einen vollständigen Übungswettkampf oder Testtag. Woche elf ist eine Rückbauwoche: 30 Prozent weniger Volumen, aber die Intensität bleibt erhalten. In Woche zwölf reitest du leicht bis zwei Tage vor dem Wettkampf, danach nur noch eine kurze Einreitsession.
Anzeichen von Übertraining erkennen
- Die Ruheherzfrequenz steigt um mehr als 4 Schläge pro Minute gegenüber dem Ausgangswert
- Das Pferd ist zu Beginn des Trainings unwillig oder träge, obwohl das sonst nicht so ist
- Die Erholungsgeschwindigkeit nach dem Galoppieren wird schlechter statt besser
- Sichtbare Muskelschmerzen: Steifheit in der Hinterhand, kürzerer Schritt am Tag nach einem schweren Training
- Gewichtsverlust oder verminderter Appetit über mehrere Tage hintereinander
Ernährung und Erholung sind keine Nebensache
Bei intensiver Eventing-Vorbereitung steigt der Energieverbrauch schnell. Passe das Verhältnis von Rau- und Kraftfutter an die Trainingsbelastung an: In den Wochen fünf bis zwölf benötigt ein Pferd von 550 kg ungefähr 20 bis 30 Prozent mehr verdauliche Energie als in der Grundlagenphase. Elektrolyte sind bei warmem Wetter oder langen Galoppeinheiten von mehr als 20 Minuten unerlässlich. Sorge auch für ausreichend Weide- oder Paddockzeit, damit das Pferd sich bewegen, entspannen und sozialen Kontakt haben kann — das vermindert stressbedingte Magenprobleme, die bei Eventingpferden regelmäßig auftreten.
EquiCoach hilft dir, dein Schema anzupassen
Keine zwei Pferde sind gleich. Die Intelligenz hinter EquiCoach analysiert die Trainingsdaten, die du erfasst, und erkennt, ob dein Schema im Vergleich zu den erzielten Herzfrequenz- und Leistungswerten zu schnell oder zu langsam aufgebaut wird. Du erhältst konkrete Vorschläge — wie zum Beispiel 'Intervalltraining am Mittwoch auslassen, die Erholungszeit vom Montag ist noch unzureichend' — damit du nicht nach Gefühl navigieren musst, sondern auf Basis konkreter Daten.
