Training
Galopp bei jungen Pferden erlernen: So gehst du es an
Der Galopp ist für viele junge Pferde ein großer Schritt. Er erfordert Balance, Kraft und Vertrauen – sowohl vom Pferd als auch vom Reiter. Mit dem richtigen Aufbau vermeidest du Spannungen und unerwünschte Gewohnheiten. In diesem Artikel erfährst du, wann du beginnen kannst, wie du die Übungen aufbaust und worauf du achten solltest, wenn es nicht sofort reibungslos klappt. Ob du ein Dreijähriges zum ersten Mal aufsitzt oder ein Vierjähriges weiterentwickelst: ein durchdachter Ansatz zahlt sich immer aus.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Wann ist ein Pferd bereit für den Galopp?
Die meisten Pferde sind körperlich bereit für den ersten Galopp unter dem Sattel zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr. Dennoch ist das Alter nur ein Faktor. Achte auch auf die Muskelkraft im Rücken und der Hinterhand, die Balance in Schritt und Trab sowie das Vertrauen in den Reiter. Ein Pferd, das im Trab noch strukturell auf der Vorhand geht oder Schwierigkeiten mit geraden Linien hat, benötigt mehr Vorbereitung. Beginne erst mit dem Galopp unter dem Sattel, wenn dein Pferd mindestens zehn Minuten entspannt traben kann mit einem stabilen Rhythmus.
Erst longieren: Galopp ohne Gewicht erlernen
Viele Trainer beginnen das Galopptraining an der Longe, weit vor dem ersten Ritt im Galopp. So lernt das Pferd die Balance in dieser Gangart zu finden, ohne das zusätzliche Gewicht eines Reiters. Verwende eine Roundpen oder eine kleine Volte von 10 bis 12 Metern. Gib dem Pferd den Raum, sich selbst zu finden. Eine gute Faustregel: Sorge dafür, dass dein Pferd 3 bis 4 Mal pro Woche 5 bis 10 Minuten im Galopp longiert werden kann, bevor du den Übergang zum Reiten machst.
Der erste Galopp unter dem Sattel: Schritt für Schritt
Wähle für die erste Galoppade ein leicht ansteigendes Gelände oder eine große Bahn von mindestens 20 mal 60 Metern. Reite auf einer großen Volte von 20 Metern und frage den Galopp aus einem aktiven Trab mit einem leichten Außenzügel und einem aktiven Innenbein an. Halte den Galopp kurz – 2 bis 3 Volten sind genug – und reite danach ruhig in den Trab zurück. Belohne direkt nach jeder gelungenen Galoppade. Steigere in den ersten Wochen auf maximal 5 Minuten zusammenhängenden Galopp pro Training.
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
- Zu früh Galopp verlangen: Ein unzureichend bemuskeltes Pferd fällt auf die Vorhand und erlernt falsche Muster.
- Zu lange im Galopp bleiben: Mehr als 8 bis 10 Minuten Galopp ist für ein junges Pferd zu ermüdend und erhöht das Verletzungsrisiko.
- Übermäßiger Schenkeleinsatz beim Angaloppieren: Dies macht das Pferd angespannt und gehetzt.
- Galopp immer auf derselben Hand reiten: Wechsle regelmäßig die Hand, um muskuläre Ungleichgewichte zu vermeiden.
- Lahmheit oder Steifheit ignorieren: Trage Auffälligkeiten sofort im Pferdedossier von EquiSight ein, damit du Muster im Zeitverlauf erkennen kannst.
Fortschritt pro Training festhalten
Konsequenz macht den Unterschied bei jungen Pferden. Plane deine Galopptrainings in festen Abständen – zwei bis drei Mal pro Woche ist ideal – und notiere nach jeder Einheit, was gut lief und was Aufmerksamkeit verdient. Im Pferdedossier von EquiSight kannst du Trainingsnotizen und Beobachtungen festhalten, sodass du den Fortschritt über Wochen und Monate auf einen Blick siehst. Das hilft auch, wenn du dich mit einem Trainer oder Tierarzt berätst: Du hast konkrete Daten statt vager Erinnerungen.
Wann holst du einen Trainer hinzu?
Bist du unsicher über das Tempo oder die Technik? Hole dann einen Trainer hinzu, bevor falsch erlernte Muster sich festigen. Achte auf folgende Signale, die darauf hinweisen, dass zusätzliche Begleitung sinnvoll ist:
- Das Pferd macht konsequent einen falschen Galoppansatz, auch nach mehreren Wochen Übung.
- Dein Pferd zeigt Spannung, schlägt aus oder buckelt beim Angaloppieren.
- Der Galopp ist unregelmäßig oder das Pferd galoppiert angespannt.
- Du fühlst dich selbst unsicher beim Geben der richtigen Hilfen.
EquiCoach als Sparringspartner beim Aufbau
Hast du eine konkrete Frage zum Aufbau deines Trainingsplans oder möchtest du wissen, wie du ein bestimmtes Problem angehen kannst? Der EquiCoach in der App denkt auf Basis der Daten im Dossier deines Pferdes mit dir mit. So erhältst du gezielte Vorschläge, die auf das Alter, das Niveau und die Vorgeschichte deines Pferdes abgestimmt sind – praktisch als ergänzende Unterstützung zwischen den Lektionen bei deinem Trainer.
