Pflege
Glänzendes Fell: so gehst du es praktisch an
Ein schönes, glänzendes Fell ist nicht nur eine Frage der Ästhetik – es ist einer der besten Indikatoren für die allgemeine Gesundheit deines Pferdes. Ernährung, Pflege und Stressmanagement spielen alle eine Rolle. Ob dein Pferd ein trockenes Sommerfell oder ein dickes Winterfell hat – es gibt konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um den Zustand von Haut und Haar zu verbessern. In diesem Artikel findest du praktische Tipps, die du sofort umsetzen kannst, von Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zur richtigen Bürstroutine.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Ernährung als Grundlage für ein schönes Fell
Ein glänzendes Fell beginnt beim Futter. Omega-3-Fettsäuren – zu finden in Leinsamen, Leinöl und Fischöl – unterstützen die Talgdrüsen in der Haut und verleihen dem Fell einen natürlichen Glanz. Füge täglich 50 bis 100 ml Leinöl zum Kraftfutter hinzu, um innerhalb von vier bis sechs Wochen sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Zink und Kupfer sind ebenfalls essenziell: Ein Kupfermangel führt häufig zu einem fahlen, rötlichen Fell, selbst bei schwarzen oder braunen Pferden. Lass im Zweifelsfall eine Blutuntersuchung durchführen und passe die Supplementierung an das Ergebnis an. Vergiss auch das Raufutter nicht: Ein Pferd, das mindestens 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht bekommt, hat eine bessere Darmfunktion – und das zeigt sich auch in der Haut.
Die richtige Bürstroutine macht den Unterschied
Regelmäßiges Bürsten regt die Durchblutung der Haut an und verteilt das natürliche Talg gleichmäßig über das Fell. Verwende eine harte Wurzelbürste für losen Schmutz und beende die Pflege mit einer weichen Haarbürste oder einem Glanzhandschuh, um das Fell aufzupolieren. Fünf bis zehn Minuten täglich reichen bereits aus. Vermeide den übermäßigen Einsatz chemischer Fellpflegeprodukte: Sie verleihen kurzfristig Glanz, können die Haut bei täglicher Anwendung jedoch austrocknen. Hebe sie für Wettkampftage oder besondere Anlässe auf.
Parasiten und Hautprobleme angehen
Äußere Parasiten wie Läuse und Räudemilben beeinträchtigen das Fell direkt und führen zu einem stumpfen, struppigen Erscheinungsbild. Kontrolliere wöchentlich Hals, Mähne und Schweifansatz auf Juckreiz, Schuppen oder Haarausfall. Eine konsequente Entwurmung reduziert auch die innere Belastung: Pferde mit hohem Wurmdruck leiten mehr Nährstoffe an die Parasiten weiter, auf Kosten der Hautgesundheit. Nutze eine koprologische Untersuchung (Kotprobe) als Leitfaden für die Entwurmung anstelle eines festen Schemas – das ist effektiver und verantwortungsvoller.
Nahrungsergänzungsmittel, die wirklich helfen
- Leinsamen oder Leinöl (50–100 ml/Tag): reiche Quelle an Omega-3-Fettsäuren
- Biotin (15–20 mg/Tag): unterstützt Haut, Hufe und Fell, Wirkung nach 3–6 Monaten
- Zink und Kupfer: essenziell für die Pigmentbildung und Hautgesundheit, Blutwerte immer prüfen
- Vitamin E (1.000–2.000 IE/Tag bei intensiver Arbeit): Antioxidans, das Zellschäden reduziert
- Methionin und Lysin: Aminosäuren, die das Haarwachstum unterstützen, nützlich beim Fellwechsel
Baden und Waschen: weniger ist mehr
Waschen mit Shampoo entfernt nicht nur Schmutz, sondern auch den natürlichen Schutzfilm der Haut. Wasche dein Pferd höchstens ein- bis zweimal pro Monat mit einem milden, pH-neutralen Pferdeshampoo. Spüle immer gründlich aus – Shampooreste sind eine häufige Ursache für Schuppen und Juckreiz. Nach dem Waschen kannst du eine kleine Menge Conditioner auf Schweif und Mähne auftragen, um Verfilzungen zu vermeiden. Bei täglichem Training reicht es aus, das Pferd mit lauwarmem Wasser abzuspülen und gut trocken zu reiben.
Anzeichen eines ungesunden Fells erkennen
Achte auf diese Anzeichen, die auf ein Ernährungs- oder Gesundheitsproblem hinweisen können:
- Fahle oder rötliche Farbe bei einem dunklen Pferd: möglicherweise Kupfermangel
- Struppiges, dickes Fell, das spät wechselt: kann auf PPID (Cushing-Syndrom) hinweisen
- Trockene, schuppige Haut mit Juckreiz: möglicher Pilzbefall, Läuse oder Allergie
- Haarausfall in runden Flecken: Ringelflechte (Pilzinfektion), Behandlung erforderlich
- Fell, das trotz guter Pflege nie richtig glänzt: Blutuntersuchung und Dossiercheck in Betracht ziehen
Beobachtungen festhalten und Muster erkennen mit EquiSight
Fellprobleme sind manchmal saisonal bedingt oder hängen mit Veränderungen im Futter oder Management zusammen. Indem du Beobachtungen im Pferdedossier von EquiSight festhältst, erkennst du schnell, ob eine Anpassung bei Fütterung oder Supplementierung Wirkung zeigt. Du kannst auch EquiCoach hinzuziehen, um auf Basis deiner Notizen gezielte Fragen zu stellen oder Vorschläge zu erhalten – praktisch, wenn du die Ursache eines stumpfen Fells nicht sofort eingrenzen kannst. Richte Erinnerungen im Kalender ein für monatliche gründliche Parasitenkontrollen oder die nächste Supplementierungsrunde.
