Zucht

Hengstköring: So funktioniert es in den Niederlanden

Eine Hengstköring entscheidet darüber, ob ein Hengst für die Zucht zugelassen wird. Für viele Züchter ist es ein aufregender Moment, aber auch ein komplizierter Prozess, wenn man zum ersten Mal damit konfrontiert wird. In diesem Artikel erklären wir Schritt für Schritt, was bei einer Körung passiert, welche Merkmale bewertet werden und was die Zulassung konkret für Sie als Eigentümer bedeutet.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

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Was ist eine Hengstköring genau?

Bei einer Hengstköring beurteilt ein Zuchtverband, ob ein Hengst ausreichende Qualität besitzt, um als Deckhengst eingesetzt zu werden. In den Niederlanden organisieren Zuchtverbände wie das KWPN, das NRPS und die Friesian Horse Association jährlich solche Körungen. Das Ziel ist die Sicherung der Zuchtqualität: Nur Hengste, die den festgelegten Anforderungen entsprechen, dürfen Nachkommen innerhalb des Zuchtbuchs registrieren lassen. Ohne Zulassung darf ein Hengst technisch gesehen zwar noch decken, aber die Fohlen kommen dann nicht für die Registrierung als vollblütiges Zuchtbuchdier in Frage. Das hat direkte Auswirkungen auf den Wert und die Vermarktbarkeit der Nachkommen.

Die Schritte des Körungsprozesses

Eine Körung verläuft in der Regel in mehreren Phasen. Nicht jeder Hengst übersteht alle Runden.

  • Vorauswahl auf Basis von Exterieur und Abstammung (Tag 1)
  • Freispringen oder Bewegungsuntersuchung in Freiheit (Tag 1 oder 2)
  • Tierärztliche Untersuchung: Röntgenaufnahmen, Blutuntersuchung und Sportlichkeitstest
  • Leistungsprüfung oder Hengsttest über 50 bis 70 Tage
  • Endgültige Zulassung und Eintragung in das Deckhengstregister

Exterieur und Bewegung: der erste Filter

Die Jury bewertet das Exterieur anhand fester Kriterien: Korrektheit des Fundaments, Bau, Typ und Rassecharakter. Anschließend folgt die Bewegungsbeurteilung, sowohl an der Hand als auch in Freiheit. Beim KWPN-Springpferd werden Kraft und Technik über dem Sprung besonders stark gewichtet; bei einem Dressurhengst achtet die Jury auf die Qualität der drei Grundgangarten. Ein Hengst erhält pro Merkmal eine Note von 5 bis 10. Ein Durchschnitt unter 7,5 bedeutet in den meisten Fällen, dass der Hengst nicht in die nächste Runde kommt. Von den bei der KWPN-Vorauswahl in Den Bosch angemeldeten Hengsten schaffen im Durchschnitt etwa 30 bis 40 Prozent den ersten Tag.

Die tierärztliche Untersuchung im Detail

Der tierärztliche Teil ist eine unbedingte Voraussetzung. Röntgenaufnahmen von Gelenken und Wirbelsäule werden auf Osteochondrose (OC) und andere Abweichungen untersucht. Die Grenzwerte unterscheiden sich je nach Zuchtverband. Das KWPN verwendet ein Punktesystem, bei dem schwerwiegende Abweichungen direkt zur Ablehnung führen, weniger schwerwiegende zu einem Vermerk. Neben der Röntgenuntersuchung werden Hengste auf erbliche Erkrankungen getestet, die für die Rasse relevant sind, wie WFFS bei Warmblütern. Ein positives DNA-Ergebnis für WFFS-Trägerschaft führt nicht automatisch zur Ablehnung, muss jedoch im Deckhengstregister vermerkt werden.

Hengsttest: Leistung unter Druck

Der Hengsttest oder die Leistungsprüfung dauert fünf bis zehn Wochen und findet an einem zentral bestimmten Ort statt, wie Ermelo für das KWPN. Die Hengste werden dort eingestallt, trainiert und täglich auf Reiteigenschaften, Charakter und Arbeitsbereitschaft bewertet. Neben der sportlichen Komponente zählt auch das Verhalten: Ein Hengst, der schwer zu handhaben ist oder wenig Kooperationsbereitschaft zeigt, erzielt niedrigere Noten in den Bereichen ‚Rittigkeit' und Charakter. Am Ende des Tests erhalten die Eigentümer einen detaillierten Bericht mit Noten für jeden Teilaspekt. Dieser Bericht ist wertvoll für Ihre Zuchtentscheidungen und kann bequem im Pferdedossier von EquiSight gespeichert werden.

Kosten und praktische Vorbereitung

Die Kosten für Anmeldung und Körung variieren je nach Zuchtverband, aber rechnen Sie mit einem Einstiegsbetrag von mindestens 300 bis 600 Euro für die Vorauswahl. Der Hengsttest kostet schnell 3.000 bis 5.000 Euro, einschließlich Unterstalllung, Training und Begleitung. Die Vorbereitung beginnt Monate im Voraus.

  • Stellen Sie sicher, dass der Zuchtbuchpass und die DNA-Abstammung aktuell sind
  • Planen Sie Impfungen und Entwurmung rechtzeitig, damit der Hengst tierärztlich fit ist
  • Trainieren Sie das Freispringen mindestens acht Wochen vor der Körung
  • Lassen Sie vorab eine Röntgenserie von einem anerkannten Tierarzt anfertigen
  • Nutzen Sie den EquiSight-Kalender, um alle Körungstermine und Fristen im Blick zu behalten

Was bedeutet die Zulassung in der Praxis?

Ein zugelassener Hengst darf Nachkommen als vollblütige Zuchtbuchdiere registrieren lassen, was den Marktwert der Fohlen direkt steigert. Je nach Zulassungsstatus — vorläufig, endgültig oder mit Stern — gelten mitunter zusätzliche Verpflichtungen, wie die Übermittlung von Nachkommeninformationen. In EquiSight können Sie über EquiCoach schnell nachschlagen, welche zusätzlichen Anforderungen Ihr jeweiliger Zuchtverband nach der Zulassung stellt und wie Sie die Nachkommenverwaltung führen, ohne etwas zu übersehen.

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