Hufpflege
Wie oft sollte man Hufe auskratzen?
Hufe auskratzen klingt einfach, doch die Häufigkeit macht mehr Unterschied als man denkt. Schmutz, Mist und Feuchtigkeit, die zu lange im Huf verbleiben, erhöhen das Risiko für Strahlfäule und andere Hufprobleme. Wie oft du die Hufe deines Pferdes auskratzen solltest, hängt von der Stallsituation, der Jahreszeit und der Aktivität des Pferdes ab. In diesem Artikel erfährst du genau, was die Richtlinien sind und warum die tägliche Kontrolle die Grundlage guter Hufpflege bildet.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Die Grundregel: mindestens einmal täglich
Für die meisten Pferde gilt: Kratze die Hufe mindestens einmal täglich aus. Tu dies immer vor und nach dem Reiten. Vor dem Reiten entfernst du Steine, Klumpen und Mist, die Druck verursachen können. Nach dem Reiten kontrollierst du auf Verletzungen und stellst sicher, dass kein Schmutz in den Strahlrillen zurückbleibt. Pferde, die in einer Box stehen und sich wenig bewegen, können durch die Kombination aus Feuchtigkeit und Mist schneller Strahlfäule entwickeln. Bei ihnen ist eine feste Routine von zweimal täglich Auskratzen eine kluge Wahl.
Weidegang verändert die Situation
Pferde, die Tag und Nacht draußen laufen, haben weniger Probleme mit feuchten Boxen, dafür aber andere Risiken. Schlamm und nasse Grasböden halten Feuchtigkeit rund um den Huf. Kratze auch bei Weidepferden täglich die Hufe aus, wenn du sie holst oder kontrollierst. Bei wechselhaftem Wetter — wie im niederländischen Herbst und Winter — ist sogar zweimal täglich besser. Trockener, harter Boden im Sommer erfordert hingegen besondere Aufmerksamkeit für Risse und brüchige Hufe.
Wann häufigeres Auskratzen notwendig ist
- Nach jeder Reiteinheit, auch bei einer kurzen Longierstunde von 20 Minuten
- Bei schlammigen oder nassen Weidebedingungen, besonders bei mehr als 5 mm Niederschlag pro Tag
- Wenn dein Pferd zu Strahlfäule oder Weißlinienerkrankung neigt
- Im Sommer bei sandigen Böden, die Steine aufnehmen
- Rund um und nach dem Besuch des Hufschmieds, um den neuen Zustand des Hufs gut zu verfolgen
- Bei Pferden mit Hufrehe oder anderen Huferkrankungen, auf Anraten des Tierarztes
Was du beim Auskratzen kontrollierst
Auskratzen ist mehr als Schmutz entfernen. Nutze den Moment, um den Huf wirklich zu inspizieren. Achte auf:
- Ungewöhnlichen Geruch oder einen schwarzen, weichen oder bröseligem Strahl — frühes Zeichen für Strahlfäule
- Lose oder gerissene Hufwand, besonders an der weißen Linie
- Steine oder Zweige tief in den Strahlrillen
- Rote Verfärbungen oder Wärme im Huf, was auf eine Entzündung hinweisen kann
- Abnutzung von Eisen oder Stollen, die sich zu lockern beginnen
Auffälligkeiten im Pferdedossier notieren
Kleine Veränderungen am Huf sind leicht zu übersehen, wenn du keine Aufzeichnungen machst. Nutze das Pferdedossier in EquiSight, um tägliche Beobachtungen festzuhalten. So siehst du auf einen Blick, ob ein Problem sich allmählich verschlimmert oder verbessert. Du kannst auch den Kalender nutzen, um Hufschmiedbesuche und Behandlungen zu planen. Hast du Fragen zu dem, was du siehst? Stelle sie über EquiCoach — der gibt dir direkt kontextbezogene Ratschläge auf Basis der Daten, die du bereits eingegeben hast.
Praktische Tipps für eine gute Routine
- Lege den Hufkratzer immer an dieselbe feste Stelle, damit du ihn nie suchen musst
- Kratze in derselben Reihenfolge aus: links vorne, rechts vorne, rechts hinten, links hinten
- Reinige die Strahlrillen vorsichtig, aber gründlich mit der Spitze des Kratzers
- Verwende nach dem Auskratzen gegebenenfalls eine weiche Bürste, um den letzten Staub zu entfernen
- Notiere sofort, was dir auffällt, auch wenn es 'noch nicht schlimm' erscheint
