Ernährung
Heuqualität erkennen: Farbe, Geruch und Analyse
Gutes Heu ist die Grundlage einer gesunden Pferdeernährung, aber woher weiß man, ob das Gekaufte wirklich gut ist? Farbe, Geruch und Struktur verraten bereits viel, bevor man eine Laboranalyse hat. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine Analyse unerlässlich ist — besonders wenn das Pferd empfindlich auf Zucker reagiert, Allergien hat oder regelmäßig Gesundheitsprobleme zeigt. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie bei der Beurteilung von Heu achten müssen, wann Sie eine Analyse beauftragen sollten und wie Sie die Ergebnisse in das tägliche Management Ihres Pferdes einfließen lassen.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was die Farbe über Ihr Heu aussagt
Gutes Heu hat eine goldgelbe bis hellgrüne Farbe. Ein frischer grüner Ton weist auf früh gemähtes Gras mit hohem Nährwert hin, während Hellgelb für etwas reifer gemähtes Heu steht, das noch gut verwendbar ist. Braune oder graue Partien sind ein Warnsignal: Dieses Heu ist während des Trocknens wahrscheinlich feucht geworden, überreif gemäht oder schlecht gelagert worden. Solche Partien können Schimmelpilze enthalten und haben wenig Wert für Ihr Pferd. Achten Sie außerdem auf eine gleichmäßige Farbe durch den gesamten Ballen — Farbunterschiede innerhalb eines Ballens weisen häufig auf ungleichmäßiges Trocknen hin.
Geruch und Struktur: So beurteilen Sie sie
Riechen Sie am Heu, bevor Sie es kaufen oder verfüttern. Gutes Heu riecht frisch, leicht kräuterartig und trocken — ein bisschen wie eine sommerliche Weide. Ein muffiger, säuerlicher oder erdiger Geruch weist auf Schimmelbildung oder Fermentation hin. Legen Sie solches Heu niemals vor, auch wenn es von außen noch in Ordnung aussieht. Überprüfen Sie auch die Struktur: Die Stängel dürfen nicht brüchig oder staubig sein. Brechen Sie eine Handvoll Stängel durch — sie sollten fest, aber nicht holzig sein. Staub beim Schütteln des Heus ist ein deutliches Signal: Ihr Pferd atmet diese Partikel ein, was Lungenprobleme verursachen oder bestehende Atemwegsbeschwerden verschlimmern kann.
Fünf Anzeichen für schlechte Heuqualität
- Braune oder graue Verfärbungen durch den Ballen
- Muffiger, säuerlicher oder schimmeliger Geruch
- Viel Staub beim Schütteln oder Auspacken
- Sichtbarer Schimmelflaum, weiß oder schwarz
- Vorhandensein giftiger Pflanzen wie Jakobskreuzkraut
Wann ist eine Laboranalyse sinnvoll?
Eine Sichtprüfung vermittelt einen ersten Eindruck, sagt jedoch nichts über den Zuckergehalt (WSC), Eiweißgehalt oder das Mineralstoffverhältnis aus. Eine Analyse ist in folgenden Situationen besonders sinnvoll:
- Ihr Pferd hat EMS, Insulinresistenz oder Hufrehe — dann ist ein WSC unter 10 % unerlässlich
- Sie verfüttern regelmäßig Heu von einem Lieferanten und möchten die Ration genau abstimmen
- Ihr Pferd verliert trotz ausreichend Raufutter an Gewicht
- Sie möchten wissen, ob zusätzliche Mineralstoffpräparate notwendig sind
- Sie kaufen eine große Partie und möchten wissen, was Sie erwerben
So beantragen Sie eine Analyse
Entnehmen Sie eine repräsentative Probe aus mehreren Ballen — stechen Sie mindestens zehn Ballen mit einem Heubohrer an und mischen Sie die Proben. Schicken Sie etwa 200 g an ein zertifiziertes Labor. In den Niederlanden sind Eurofins und Blgg zuverlässige Adressen; die Kosten liegen zwischen 40 und 80 Euro für ein Basispaket. Nach einer Woche liegen Ergebnisse für Trockensubstanz, Rohprotein, Rohfaser, Zucker und Energiewert (VEM) vor. Tragen Sie das Ergebnis in das Pferdedossier von EquiSight ein, damit Ihre Ration automatisch aktuell bleibt und Sie spätere Ergebnisse vergleichen können.
Die Lagerung bestimmt die Qualität mindestens genauso
Heu, das beim Kauf gut war, kann bei schlechter Lagerung schnell an Qualität verlieren. Lagern Sie Ballen auf Paletten oder Brettern, niemals direkt auf dem Betonboden — sonst zieht Feuchtigkeit von unten auf. Sorgen Sie für ausreichend Belüftung sowie Schutz vor Regen und Sonne. Eine Abdeckung mit einer Plane ist möglich, aber stellen Sie sicher, dass Luftzirkulation möglich ist. Bei Rundballen verlieren Sie draußen durchschnittlich 10 bis 30 % des Futterwerts durch Witterungseinflüsse. Verbrauchen Sie älteres Heu zuerst und kontrollieren Sie regelmäßig das Innere von Ballen, die schon länger lagern.
Heuqualität in EquiSight verwalten
Im Pferdedossier erfassen Sie je Raufutterpartie die Herkunft, das Mähdatum und eventuelle Analyseergebnisse. EquiCoach zeigt anhand dieser Daten an, ob das aktuelle Heu zum Bedarf Ihres Pferdes passt — und meldet es, wenn etwas nicht stimmt. Stellen Sie außerdem eine Kalendererinnerung für den Zeitpunkt ein, an dem Sie eine neue Heupartie anbrechen, damit Sie rechtzeitig eine neue Probe einsenden oder einen Lieferanten anrufen können.
