Gesundheit

Leberwerte beim Pferd: So liest du den Befund

Ein Blutbefund deines Pferdes enthält oft eine Reihe von Abkürzungen und Zahlen, die auf den ersten Blick wenig aussagen. Dennoch verraten diese Zahlen viel darüber, wie die Leber funktioniert. Die Leber ist ein wichtiges Organ: Sie verarbeitet Nährstoffe, baut Giftstoffe ab und spielt eine große Rolle im Stoffwechsel. Zu wissen, welche Werte wichtig sind und was Abweichungen bedeuten, hilft dir, schneller die richtigen Fragen an deinen Tierarzt zu stellen – und bessere Entscheidungen für dein Pferd zu treffen.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Leberwerte beim Pferd: So liest du den Befund — illustratie bij EquiSight Gesundheit

Welche Leberwerte stehen im Befund?

Bei einer Standard-Blutuntersuchung beim Pferd werden in der Regel vier Leberenzyme gemessen: GGT (Gamma-Glutamyltransferase), GLDH (Glutamatdehydrogenase), AST (Aspartataminotransferase) und SDH (Sorbitoldehydrogenase). Darüber hinaus werden Bilirubin und Albumin regelmäßig mitbestimmt. GGT und GLDH sind die leberspezifischsten Werte beim Pferd. AST steigt auch bei Muskelschäden an, weshalb der Tierarzt diesen Wert immer zusammen mit CK (Creatinkinase) bewertet. Jedes dieser Enzyme hat seine eigene Aussagekraft: Einige weisen auf akute Zellschäden hin, andere auf chronische Erkrankungen oder Gallenstau.

Normalwerte: Was sind die Grenzen?

Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren, aber die folgenden Bereiche werden in der deutschen Pferdepraxis häufig verwendet:

  • GGT: 10–80 U/L (erhöhte Werte weisen auf Leberschäden oder Gallenstau hin)
  • GLDH: 0–10 U/L (bereits leicht erhöht ist bedeutsam; stark erhöht = akuter Zellschaden)
  • AST: 150–400 U/L (auch erhöht bei Muskelproblemen)
  • SDH: 0–8 U/L (sehr leberspezifisch, schnell erhöht bei Zelluntergang)
  • Gesamtbilirubin: 10–51 µmol/L (steigt bei Fasten, Hämolyse oder Lebererkrankung)
  • Albumin: 25–38 g/L (niedrig bei chronischer Leberinsuffizienz)

Was bedeutet ein erhöhter GGT?

GGT ist der am häufigsten bestimmte Leberwert beim Pferd und gleichzeitig der empfindlichste. Ein Wert über 80 U/L erfordert immer Aufmerksamkeit. Ein leicht erhöhter GGT (80–200 U/L) kann auf einen Diätfehler hinweisen – zu viel Eiweiß oder Raufutter schlechter Qualität – aber auch auf ein frühes Stadium einer Seneciosevergiftung (Vergiftung durch Jakobskreuzkraut). Ein GGT über 500 U/L weist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine schwere Lebererkrankung hin. Wichtig: GGT sinkt nach der Genesung langsam; es kann Wochen dauern, bis sich der Wert normalisiert, auch wenn die Leber bereits verheilt ist.

Wann ist es sinnvoll, die Blutuntersuchung zu wiederholen?

Eine einmalige Messung liefert nur eine Momentaufnahme. Erst bei wiederholten Messungen erkennst du, ob ein Wert steigt, stabil bleibt oder sinkt. Angenommen: Bei einer jährlichen Kontrolle hat dein Pferd einen GGT von 95 U/L. Nach sechs Wochen angepasster Ernährung testest du erneut. Ist der Wert auf 60 U/L gesunken, hat die Maßnahme gewirkt. Ist er auf 160 U/L gestiegen, sind weitere Untersuchungen notwendig. Im Pferdedossier von EquiSight kannst du Blutbefunde speichern und im Zeitverlauf vergleichen, sodass du Trends auf einen Blick erkennst.

Ursachen von Leberauffälligkeiten beim Pferd

  • Seneciose: chronische Vergiftung durch Jakobskreuzkraut in Heu oder auf der Weide
  • Hyperlipämie: Ansammlung von Fetten in der Leber, besonders bei Ponys und Eseln
  • Gallensteine oder Gallenstau: selten, aber möglich – erkennbar an hohem GGT und Bilirubin
  • Leberabszess oder -tumor: AST und GGT stark erhöht, häufig auch Fieber und Gewichtsverlust
  • Aflatoxine in schimmeligem Futter: akut gefährlich, GLDH und SDH steigen stark an
  • Primäre Leberinsuffizienz: Albumin sinkt, Pferd wird träge und magert ab

Was machst du mit dem Befund in der Praxis?

Wenn du den Befund erhältst, ruf nicht nur an, um zu hören, ob etwas 'erhöht' ist – frage auch, wie stark der Anstieg ist und welche Kombination von Werten auffällig ist. GLDH und SDH gemeinsam erhöht weist auf akuten Zellschaden hin und erfordert schnelles Handeln. Ein nur leicht erhöhter GGT ohne weitere Auffälligkeiten kann häufig zunächst mit Diätanpassung und Überwachung begleitet werden. Nutze EquiCoach in EquiSight, um den Befund zu erkunden: Du gibst die Werte ein und erhältst Erklärungen zu möglichen Bedeutungen und weiteren Schritten – ohne direkt auf einen Rückruftermin warten zu müssen.

Ernährung und Management bei Leberbelastung

Wenn die Leber überlastet ist, steht die Anpassung der Fütterung an erster Stelle. Reduziere den Eiweißgehalt der Ration – maximal 10 % Rohprotein in der Trockenmasse. Vermeide Grassilage und altes, schimmeliges Heu. Sorge für ausreichend Bewegung, damit der Fettstoffwechsel in Gang bleibt. Füge keine unnötigen Ergänzungsmittel hinzu; auch diese muss die Leber verarbeiten. Kontrolliere die Weide auf Jakobskreuzkraut und entferne die Pflanze einschließlich der Wurzel. Notiere alle Futteränderungen im Kalender von EquiSight, damit du bei der nächsten Blutuntersuchung genau weißt, was verändert wurde.

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