Ernährung

Leckstein für Pferde: notwendig oder überflüssig?

Ein Leckstein im Stall oder auf der Weide: Fast jedes Pferd hat einen. Aber braucht dein Pferd diese Salzergänzung wirklich, oder ist es mehr Gewohnheit als Notwendigkeit? Der Bedarf an Mineralstoffen variiert je nach Pferd, Jahreszeit und Ration. In diesem Artikel erfährst du, wann ein Leckstein sinnvoll ist, welche Arten es gibt und worauf du achten solltest, um nicht unbewusst zu viel oder zu wenig zuzufüttern.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Leckstein für Pferde: notwendig oder überflüssig? — illustratie bij EquiSight Ernährung

Warum Pferde Salz brauchen

Natrium und Chlor — die Bausteine des Kochsalzes — sind essenziell für den Wasserhaushalt, die Nervenleitung und die Muskelfunktion deines Pferdes. Ein durchschnittliches Pferd von 500 kg benötigt täglich etwa 10 bis 20 Gramm Salz in Ruhe. Bei warmem Wetter oder intensivem Training kann das auf 50 Gramm oder mehr ansteigen, da Pferde bis zu 10 Liter Schweiß pro Stunde produzieren können. Raufutter und Kraftfutter decken nur einen Bruchteil dieses Bedarfs. Eine frei verfügbare Salzquelle — Leckstein oder loses Salz — hilft dem Pferd, diese Ergänzung selbst zu regulieren. Das ist gleichzeitig der größte Vorteil eines Lecksteins: Das Pferd bestimmt die Dosierung.

Arten von Lecksteinen: Was sind die Unterschiede?

Nicht jeder Leckstein ist gleich. Grob lassen sich drei Varianten auf dem Markt unterscheiden:

  • Reines Salz (weiß): nur Natrium und Chlor, keine zusätzlichen Mineralstoffe. Günstig und geeignet, wenn die Ration bereits mineralstofftechnisch ausgewogen ist.
  • Mineralleckstein (rot/braun): enthält neben Salz auch Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Mangan und Selen. Praktisch als Ergänzung zu einfachem Heu ohne Analyse.
  • Himalayasalz: reines Steinsalz mit rosa Farbe. Enthält minimale Mengen an Spurenelementen; die Behauptungen sind marketingmäßig größer als wissenschaftlich belegt.
  • Spezifische Lecksteine (z. B. Biotin oder Magnesium): gezielt bei einem Mangel einzusetzen. Nur verwenden, wenn eine Futteranalyse oder ein Tierarzt dies empfiehlt.
  • Flüssiges oder loses Salz: günstige und gut dosierbare Alternative; etwa 30 Gramm loses Kochsalz pro Tag zuzufüttern funktioniert mindestens genauso gut.

Wann ist ein Leckstein wirklich notwendig?

Ein Leckstein bringt den größten Nutzen, wenn dein Pferd wenig oder kein ergänztes Kraftfutter erhält und ausschließlich von Heu und Gras lebt. Heu enthält durchschnittlich 0,2 bis 0,5 Gramm Natrium pro Kilogramm Trockensubstanz — bei weitem nicht ausreichend. Pferde, die hart trainieren, im Sommer draußen stehen oder viel schwitzen, haben einen erhöhten Bedarf. Achte auch auf die Signale: Ein Pferd, das Holz oder Stallteile leckt, zeigt an, dass es zu wenig Salz bekommt. Lege dann immer zunächst einen einfachen Salzstein hin, bevor du zu einer komplexen Mineralvariante greifst.

Risiken durch zu viel Mineralstoffzufütterung

Mehr ist nicht immer besser. Wenn dein Pferd bereits Kraftfutter oder eine Mineralstoffvormischung erhält, die ausreichend Kupfer, Zink und Selen enthält, kann ein zusätzlicher Mineralleckstein zu einem Ungleichgewicht führen. Selen ist hier am kritischsten: Die Spanne zwischen der benötigten Menge (ca. 1 mg pro Tag bei 500 kg) und der toxischen Dosis ist gering. Chronische Überversorgung mit Selen aus sowohl Kraftfutter als auch Leckstein kann Leberschäden und Hufprobleme verursachen. Erfasse, was dein Pferd an Ergänzungen erhält, im Pferdedossier von EquiSight, damit du stets einen klaren Überblick hast.

Praktische Tipps zur Verwendung und Aufbewahrung

  • Hänge den Leckstein auf etwa Schulterhöhe, damit das Pferd bequem herankommt, ohne den Hals zu belasten.
  • Schütze einen Leckstein im Freien vor Regen; nasses Salz löst sich schnell auf und führt zu Verschwendung und Matsch.
  • Ersetze einen Leckstein, der bröckelig oder verschmutzt ist; auf einem beschädigten Stein können sich Bakterien ansammeln.
  • Verwende bei ansteckenden Erkrankungen wie Druse oder Herpesviren pro Pferd einen eigenen Stein.
  • Wiege monatlich, wie viel der Stein abgenommen hat, wenn du die Aufnahme verfolgen möchtest — ein Pferd, das mehr als 100 Gramm pro Tag verbraucht, erfordert eine Rationskontrolle.

Leckstein mit einer Futteranalyse kombinieren

Der fundierteste Ansatz ist, eine Heuanalyse mit den Angaben deines Kraftfutters zu kombinieren. So siehst du genau, welche Mineralstoffe fehlen oder im Übermaß vorhanden sind. Viele Labore analysieren Heu für rund 40 bis 70 Euro pro Probe. Mit diesem Ergebnis kannst du über den EquiCoach in EquiSight gezielte Fragen stellen, welcher Leckstein oder welches Ergänzungsmittel am besten zur Ration deines spezifischen Pferdes passt. Das ist deutlich konkreter als blind einen Mineralleckstein hinzulegen und zu hoffen, dass es stimmt.

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