Ernährung
Magnesium bei Pferden: Wann macht es Sinn?
Magnesium ist ein Mineral, das an Hunderten von Prozessen im Körper deines Pferdes beteiligt ist: von der Muskelfunktion und Nervenleitung bis hin zum Energiestoffwechsel. Dennoch ist ein Magnesiummangel bei Pferden weniger verbreitet, als oft angenommen wird. Viele Pferdebesitzer greifen bei Nervosität oder Muskelproblemen schnell zu einem Supplement, doch ob das immer gerechtfertigt ist, hängt stark von der Ration und der individuellen Situation des Pferdes ab. In diesem Artikel erfährst du, wann eine Supplementierung tatsächlich sinnvoll sein kann, welche Dosierungen üblich sind und wie du dies gut dokumentierst.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was bewirkt Magnesium im Pferd?
Magnesium spielt eine Schlüsselrolle bei der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Ein Mangel kann zu erhöhter Reizbarkeit, Muskelzittern oder einem Pferd führen, das sich schlecht entspannen kann. Darüber hinaus ist Magnesium essenziell für die Bildung von ATP, der Energiequelle auf Zellebene, sowie für einen gesunden Knochenaufbau. Das Mineral arbeitet eng mit Kalzium und Phosphor zusammen: Das Verhältnis dieser drei Minerale in der Ration beeinflusst maßgeblich, wie gut Magnesium aufgenommen wird. Ein täglicher Bedarf von etwa 13–15 mg pro Kilogramm Körpergewicht gilt als Richtwert für ein erwachsenes Pferd bei leichter bis mittlerer Arbeit.
Wann entsteht ein Mangel?
Weidemanagement und Jahreszeit spielen eine große Rolle. Junges, schnell wachsendes Gras im Frühjahr enthält im Verhältnis zu Kalium und Stickstoff relativ wenig Magnesium, wodurch die Aufnahme aus dem Darm verringert wird. Auch Stress, intensives Training und längerer Stallaufenthalt ohne frisches Raufutter können den Magnesiumbedarf erhöhen. Pferde, die ausschließlich Heu von kalk- oder sandarmem Boden erhalten, sind ebenfalls gefährdet. Ein Blutwert unter 0,7 mmol/l gilt als Mangelzustand, jedoch sind Blutwerte kein perfektes Maß, da Magnesium größtenteils intrazellulär gespeichert wird.
Anzeichen, die auf einen Mangel hinweisen können
- Erhöhte Nervosität oder Schreckhaftigkeit ohne erkennbaren Anlass
- Muskelzittern oder Krämpfe, auch nach normaler Belastung
- Schwierigkeiten beim Entspannen im Rücken beim Reiten
- Übermäßiges Schwitzen bei geringer Anstrengung
- Zähneknirschen oder ein angespannter Kiefer
- Schlechte Fellkondition in Verbindung mit apathischem Verhalten
Nicht jedes nervöse Pferd braucht Magnesium
Nervosität hat oft mehrere Ursachen: zu wenig Bewegung, unzureichendes Raufutter, ein hoher Zucker- und Stärkegehalt in der Ration oder schlicht ein temperamentvolles Wesen. Greife nicht einfach standardmäßig zu Magnesium, ohne zunächst die Grundration zu überprüfen. Lass die gesamte Ration berechnen, einschließlich Heu- oder Grassilageanalysen. Erst wenn sich ein tatsächlicher Mangel zeigt, bringt eine Supplementierung einen Mehrwert. Wenn du EquiSight nutzt, kannst du Futterdaten und Verhaltensbeobachtungen im Pferdedossier festhalten, sodass du Muster im Zeitverlauf erkennen und gezielter gegensteuern kannst.
Formen und Dosierungen von Magnesiumsupplementen
Die am häufigsten verwendeten und gut verwertbaren Formen sind Magnesiumoxid und Magnesiumchlorid. Magnesiumoxid ist günstig und weit verbreitet erhältlich; eine übliche Erhaltungsdosis liegt bei etwa 5–10 Gramm pro Tag für ein Pferd von 500 kg. Magnesiumchlorid (Bischofit) wird ebenfalls über das Futter oder als Fußbad eingesetzt. Eine Überdosierung ist bei gesunden Pferden mit funktionierenden Nieren schwierig zu erreichen, jedoch kann Durchfall ein Hinweis darauf sein, dass die Dosis zu hoch ist. Beginne niedrig, bei etwa 5 Gramm pro Tag, und erhöhe gegebenenfalls nach zwei bis drei Wochen, wenn du keinen Effekt siehst.
Praktisch: Magnesium in die Ration einbauen
- Lass zunächst eine Heu- oder Raufutteranalyse durchführen, um den aktuellen Gehalt zu kennen
- Berechne den täglichen Bedarf: etwa 13 mg pro kg Körpergewicht
- Verwende Magnesiumoxid als Basisoption: günstig und bei den meisten Pferden wirksam
- Verteile die Tagesdosierung auf zwei Fütterungen für eine stabilere Aufnahme
- Erfasse Verhaltensveränderungen und Muskelspannung im EquiSight-Pferdedossier, um den Effekt zu messen
- Überprüfe nach vier bis sechs Wochen erneut: Ist eine weitere Supplementierung notwendig oder kann die Dosis reduziert werden?
Kombination mit anderen Mineralen und Vitaminen
Magnesium steht nie allein. Ein Überschuss an Kalzium in der Ration, wie er bei intensiver Luzernefütterung vorkommt, hemmt die Magnesiumaufnahme. Vitamin B6 und Vitamin D unterstützen die Verwertung von Magnesium auf Zellebene. Wenn dein Pferd auch einen Zink- oder Selenmangel hat, behebe diese Mängel parallel. Gib niemals einfach mehrere einzelne Supplemente gleichzeitig ohne Überblick: Du riskierst Ungleichgewichte. Bitte EquiCoach in der App, eine Übersicht deiner aktuellen Supplementierung und die Einträge aus dem Dossier zu einem konkreten Ratschlag für dein nächstes Gespräch mit deinem Tierarzt oder Ernährungsberater zusammenzufassen.
