Gesundheit

Lahmes Pferd: Schritt für Schritt beurteilen

Ein lahmes Pferd erkennt man manchmal sofort, doch oft ist das Bild subtil: eine leichte Kopfbewegung, ein etwas kürzerer Schritt, ein Pferd, das einfach nicht rund läuft. Wie beurteilt man Lahmheit strukturiert, um dem Tierarzt nützliche Informationen zu liefern? Mit einem festen Vorgehen übersieht man weniger und spart Zeit beim Besuch. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie selbst eine erste Beurteilung durchführen, was Sie festhalten und wann Sie sofort anrufen sollten.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Lahmes Pferd: Schritt für Schritt beurteilen — illustratie bij EquiSight Gesundheit

Immer in Ruhe beginnen: das Pferd im Stand

Bevor Sie ein Pferd bewegen lassen, betrachten Sie es zunächst in Ruhe im Stall oder auf ebenem Untergrund. Stellen Sie sich direkt vor und direkt hinter das Pferd. Achten Sie auf die Beinstellung: Wird ein Bein entlastet, leicht gebeugt oder ständig nach vorne gestellt? Ein Pferd, das ein Vorderbein systematisch entlastet, hat Schmerzen irgendwo in diesem Bein oder in der Schulter. Kontrollieren Sie außerdem Schwellungen, Wärme und Schmerzreaktion auf Druck im Bereich von Fessel, Köte, Röhre und Knie. Nutzen Sie den Handrücken, um Wärme zu fühlen – er ist empfindlicher als die Handfläche. Notieren Sie Ihre Beobachtungen im Pferdedossier in EquiSight, einschließlich welches Bein betroffen ist und wie deutlich die Entlastung ausfällt.

Den Schritt auf hartem und weichem Boden beurteilen

Lassen Sie das Pferd auf hartem, ebenem Untergrund schreiten, vorzugsweise auf Asphalt oder einem Betonweg. Schauen Sie von der Seite: Sind die Schrittlängen links und rechts gleich? Gehen Sie danach nach vorne und beobachten Sie, ob die Kopfbewegung symmetrisch ist. Ein lahmes Pferd hebt den Kopf, wenn das betroffene Bein den Boden berührt – der Kopf geht beim Belasten des schmerzhaften Beins nach oben. Bei Hinterhandlahmheit senkt sich die Hüfte auf der gesunden Seite tiefer ab. Wiederholen Sie dies anschließend auf weichem Untergrund wie Sand. Manche Lahmheiten verschlechtern sich auf hartem Boden, andere auf weichem. Dieser Unterschied liefert dem Tierarzt wertvolle Informationen über die Lage des Schmerzherds.

Der Trab: so beobachten Sie gezielt

  • Lassen Sie eine andere Person das Pferd an der Hand auf einer geraden Linie traben, mindestens 20 Meter.
  • Schauen Sie zunächst von hinten: Senkt sich eine Hüfte deutlich tiefer oder hebt sie sich höher als die andere?
  • Schauen Sie danach von der Seite: Sind die Schrittlängen vorne und hinten gleich?
  • Schauen Sie von vorne: Macht der Kopf eine deutliche Auf-und-Ab-Bewegung?
  • Bewerten Sie die Lahmheit auf einer Skala von 0 (keine) bis 5 (trägt nicht auf), basierend auf der AAEP-Skala.
  • Filmen Sie es immer – ein Video aus drei Winkeln ist für den Tierarzt äußerst wertvoll.

Zirkel und Beugeprobe liefern zusätzliche Informationen

Nach der geraden Linie lassen Sie das Pferd auf einem Zirkel traben, zuerst links, dann rechts. Ein Zirkel von etwa 8 Metern macht Lahmheit in den äußeren Gliedmaßen oft deutlicher sichtbar. Achten Sie darauf, ob die Lahmheit auf einer bestimmten Hand zunimmt – das kann auf ein betroffenes Bein auf der Außenseite des Zirkels hinweisen. Sie können auch eine Beugeprobe durchführen: Halten Sie ein Bein 60 Sekunden gebeugt und lassen Sie das Pferd danach sofort traben. Eine Zunahme der Lahmheit nach der Beugeprobe deutet auf ein Gelenkproblem in diesem Bein hin. Führen Sie dies nur durch, wenn das Pferd bereits mindestens leicht lahm ist; bei schwerer Lahmheit lassen Sie diesen Schritt aus.

Wann rufen Sie sofort den Tierarzt an?

  • Lahmheit Grad 3 oder höher: im Schritt deutlich sichtbar, Pferd trägt kaum Gewicht auf.
  • Wärme und starke Schwellung im Gelenk, besonders Knie, Köte oder Sprunggelenk.
  • Pferd will das Bein in Ruhe nicht oder kaum belasten.
  • Sichtbare Wunde, Stichverletzung oder ein eingedrungener Fremdkörper im Huf.
  • Lahmheit, die sich innerhalb von 24 Stunden schnell verschlechtert.

Alles vor dem Tierarztbesuch festhalten

Ein gutes Dossier macht den Besuch effizienter und hilft dem Tierarzt, schneller eine Diagnose zu stellen. Notieren Sie im Pferdedossier von EquiSight: wann Sie die Lahmheit erstmals bemerkt haben, welches Bein betroffen ist, die Bewertung auf der AAEP-Skala, ob es sich nach Bewegung verbessert oder verschlechtert sowie eventuelle jüngste Veränderungen in Arbeit, Hufpflege oder Fütterung. Fügen Sie Ihr Video als Anhang hinzu. EquiCoach hilft Ihnen außerdem dabei, Ihre Beobachtungen zu strukturieren und stellt gezielte Fragen, die Sie möglicherweise übersehen haben – praktisch, wenn Sie mitten im Trubel des Stalls stehen.

Vorbeugung: Signale frühzeitig erkennen

Viele Lahmheiten beginnen subtil: ein Pferd, das etwas langsamer aufsteht, einen Tick weniger ausschreitet oder auf einer Hand etwas weniger willig ist. Indem Sie Ihr Pferd regelmäßig beurteilen – nicht nur wenn etwas nicht stimmt – lernen Sie seinen normalen Gang kennen. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um monatlich eine kurze Bewegungsbeurteilung einzuplanen, besonders nach intensiven Trainingsphasen oder Saisonwechseln. Je früher Sie eine Abweichung bemerken, desto größer ist die Chance auf eine einfache und kostengünstigere Lösung.

FAQ

Veelgestelde vragen

Mitglied werden · Beta-Tester

Beta-Tester werden.
Erhalte 3 Monate Professional gratis.

EquiSight geht am 1. Juli 2026 live. Melde dich jetzt für die Beta an und erhalte das vollständige Professional-Paket drei Monate lang kostenlos.

Kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich.