Erkrankungen
Melanome bei Schimmelpferden: Was du wissen musst
Fast 80 % der Schimmelpferde über 15 Jahre haben ein oder mehrere Melanome. Das klingt alarmierend, doch die meisten Fälle verlaufen jahrelang ohne Probleme. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, worauf du achten solltest, wann ein Melanom gefährlich wird und wie du die Situation gut im Blick behältst. In diesem Artikel erfährst du als Besitzer eines Schimmels alles Wissenswerte über die Entstehung, die Risiken und den Umgang mit Melanomen.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was genau ist ein Melanom?
Ein Melanom ist ein Tumor, der aus Pigmentzellen, den sogenannten Melanozyten, entsteht. Bei Schimmelpferden häufen sich diese Zellen an, weil das Pigment in der Haut schwindet, während das Pferd älter und grauer wird. Dieser Prozess geht mit einer erhöhten Aktivität der Melanozyten einher, was die Wahrscheinlichkeit einer Tumorbildung erhöht. Die meisten Melanome bei Pferden sind zunächst gutartig, können jedoch im Laufe der Zeit bösartig werden und in Lymphknoten oder innere Organe metastasieren. Dunkle oder nahezu schwarze Knötchen unter der Haut sind das klassische Erscheinungsbild.
Typische Stellen am Körper
Melanome treten bei Schimmelpferden an nahezu festen Stellen auf. Untersuche dein Pferd regelmäßig an folgenden Stellen:
- Unterseite des Schwanzes und rund um den After (mit Abstand die häufigste Stelle)
- Rund um die Vorhaut oder das Euter
- Leisten und innere Oberschenkel
- Augenlider und Ohrränder
- Lippen und Mundwinkel
Wann wird ein Melanom gefährlich?
Ein einzelnes, kleines Knötchen, das sich jahrelang nicht verändert, gibt in der Regel wenig Anlass zur Sorge. Gefahr droht, wenn Tumore schnell wachsen, sich zu großen Paketen zusammenballen oder Druck auf umliegende Strukturen ausüben. Ein pflaumengrosses Melanom nahe der Schweifwurzel kann den Kot- oder Harnabgang behindern. Innere Melanome in der Bauchhöhle oder Brust verursachen unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust, Koliksymptome oder verminderte Leistungsfähigkeit. Lass immer einen Tierarzt hinzuziehen, wenn ein bestehendes Knötchen in kurzer Zeit deutlich größer wird, Einblutungen zeigt oder beginnt aufzubrechen.
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
- Abwarten und Beobachten: bei kleinen, stabilen Tumoren oft die beste Vorgehensweise
- Chirurgische Entfernung: wirksam bei isolierten, gut zugänglichen Tumoren
- Cimetidin: orales Mittel, das bei manchen Pferden das Wachstum hemmt, Ergebnisse variieren
- Immuntherapie (z. B. intraläsionale Injektionen): auf dem Vormarsch, frage deinen Tierarzt nach den neuesten Möglichkeiten
- Bestrahlung oder Laserbehandlung: verfügbar in spezialisierten Kliniken, insbesondere für Augenlid-Melanome
Selbst gut den Überblick behalten: praktische Tipps
Konsequentes Monitoring ist der Schlüssel. Fotografiere neue oder bestehende Melanome alle zwei bis drei Monate aus demselben Winkel und mit einem Lineal oder einer Münze im Bild als Größenreferenz. So erkennst du objektiv, ob ein Tumor wächst. Im Pferdedossier von EquiSight kannst du Fotos nach Datum speichern und Notizen hinzufügen, sodass du bei jedem Tierarztgespräch sofort eine übersichtliche Zeitlinie zur Hand hast. Notiere auch das genaue Gewicht und etwaige Verhaltensveränderungen im EquiSight-Kalender, denn ein Melanom kann sich subtil auf das Wohlbefinden deines Pferdes auswirken.
Genetik und Rassenprädispositionen
Nicht jeder Schimmel trägt das gleiche Risiko. Das STX17-Gen, das für das Ergrauen des Fells verantwortlich ist, ist auch direkt mit dem erhöhten Melanomrisiko verknüpft. Pferde, die homozygot für dieses Gen sind (zwei Kopien), werden schneller vollständig weiß und entwickeln häufiger und früher Melanome als heterozygote Tiere. Lipizzaner, Araber und Camargue-Pferde sind rassebedingt in den Statistiken überrepräsentiert. Kennst du den genetischen Status deines Schimmels? Lass ihn mittels eines DNA-Tests bestimmen und trage das Ergebnis als langfristige Referenz in das Pferdedossier ein.
EquiCoach hilft dir, Muster zu erkennen
Bist du unsicher, ob eine Veränderung, die du feststellst, normal ist? Die Intelligenz hinter EquiCoach kann anhand deiner Eingaben – wie Wachstumsgeschwindigkeit, Lage und Verhalten deines Pferdes – einschätzen, ob ein Tierarztbesuch Priorität hat. EquiCoach ersetzt keine tierärztliche Diagnose, hilft dir aber dabei, die richtigen Fragen zu stellen und nichts zu übersehen. So bist du immer einen Schritt voraus.
