Ernährung

Melasse und Rohrzucker im Pferdefutter vermeiden

Viele kommerzielle Pferdefutter enthalten Melasse oder Rohrzucker als Geschmacksstoff oder Bindemittel. Für gesunde Pferde ist eine kleine Menge selten ein Problem, aber für Pferde mit Insulinresistenz, EMS oder Hufrehe kann selbst ein kleiner Zuckerpeak erhebliche Folgen haben. In diesem Artikel erfahren Sie, warum diese Zutaten so weit verbreitet sind, wie Sie sie auf dem Etikett erkennen und welche Alternativen Sie wählen können.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Melasse und Rohrzucker im Pferdefutter vermeiden — illustratie bij EquiSight Ernährung

Warum ist Melasse im Pferdefutter enthalten?

Melasse ist ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion und wird seit Jahrzehnten im Pferdefutter verwendet. Sie ist günstig, verleiht Pellets einen süßen Geschmack, den Pferde attraktiv finden, und hilft, lose Zutaten zusammenzuhalten. Hersteller setzen sie auch ein, um Staub in Trockenmischungen zu binden. Rohrzucker hat eine ähnliche Funktion, ist jedoch etwas weniger klebrig. Das Problem besteht darin, dass beide Zutaten einen hohen glykämischen Wert haben: Sie werden schnell in den Blutkreislauf aufgenommen, wodurch Blutzucker und Insulin rasch ansteigen. Bei einem gesunden Pferd, das viel Bewegung bekommt, ist dies in der Regel kein großes Problem. Bei einem Pferd mit Stoffwechselproblemen ist es ein Risikofaktor, den man am besten vollständig eliminiert.

Etiketten lesen: So erkennen Sie Zucker

Hersteller sind verpflichtet, Zutaten in absteigender Reihenfolge des Gewichts anzugeben. Achten Sie auf folgende Bezeichnungen, die alle auf zugesetzten Zucker hinweisen:

  • Melasse (Zuckerrübenmelasse oder Rohrmelasse)
  • Rohrzucker, Rübenzucker oder Saccharose
  • Dextrose und Glukosesirup
  • Maissirup oder Fruktose-Glukose-Sirup
  • Getrocknete Melasseschnitzel

NSC-Gehalt: Die Zahl, die zählt

Der Begriff NSC steht für Non-Structural Carbohydrates (Nicht-strukturelle Kohlenhydrate) und ist die Summe aus Stärke und Zucker im Futter. Für Pferde mit Insulinresistenz oder Hufrehe empfehlen Ernährungsexperten einen Gesamt-NSC von maximal 10–12 % in der täglichen Ration. Viele handelsübliche Pellets liegen deutlich über 15 %, besonders wenn Melasse zugesetzt wurde. Fordern Sie beim Hersteller stets das Analysezertifikat mit separaten Werten für Zucker und Stärke an – diese stehen nicht immer auf der Verpackung. Im EquiSight Pferdedossier können Sie Ernährungsdaten festhalten und vergleichen, sodass Sie auf einen Blick sehen, ob Ihr Pferd innerhalb sicherer Grenzen bleibt.

Risikogruppen: Welche Pferde sind besonders empfindlich?

  • Pferde mit EMS (Equine Metabolic Syndrome) oder PPID (Cushing)
  • Ponys und Kaltblüter mit von Natur aus niedrigem Energieverbrauch
  • Pferde, die einen Hufreheanfall hatten
  • Pferde mit leichter bis keiner Arbeit und begrenztem Weidegang
  • Ältere Pferde mit verminderter Insulinempfindlichkeit

Praktische Alternativen ohne zugesetzten Zucker

Glücklicherweise gibt es eine große Auswahl an zuckerarmen Futtermitteln. Beachten Sie bei Ihrer Suche Folgendes:

  • Wählen Sie Pellets auf Basis von getrocknetem Gras, Luzerne oder Rübenschnitzeln ohne Melasse
  • Verwenden Sie eingeweichtes Heu als Grundraufutter (Einweichen senkt den Zuckergehalt um 20–30 %)
  • Fügen Sie Leinsaatschrot für gesunde Omega-3-Fettsäuren ohne Zuckerpeak hinzu
  • Wählen Sie einen Mineralstein oder ein loses Mineralgemisch anstelle von zuckerhaltigen Leckerlis
  • Kontrollieren Sie auch Äpfel und Karotten: 100 g Karotte enthält etwa 5 g Zucker – bewusst dosieren

Umstellung auf zuckerarme Ration Schritt für Schritt

Passen Sie die Ration schrittweise über mindestens 10 bis 14 Tage an, um Magen-Darm-Beschwerden zu vermeiden. Beginnen Sie mit 25 % neuem Futter neben 75 % des bisherigen Futters und verschieben Sie das Verhältnis alle drei Tage. Wiegen Sie Portionen ab, anstatt sie zu schätzen – ein Kaffeebecher kann je nach Produkt zwischen 150 und 400 g variieren. Notieren Sie Ihre Anpassungen im EquiSight Kalender; so haben Sie ein übersichtliches Protokoll, wenn Ihr Tierarzt oder Ernährungsberater Fragen zum Verlauf hat. Stellen Sie nach der Umstellung Veränderungen in Gewicht, Hufen oder Verhalten fest, sind das wertvolle Informationen, die Sie mit Ihrem Futtermittelberater teilen sollten.

EquiCoach hilft bei Ernährungsfragen

Sind Sie unsicher über ein bestimmtes Produkt oder möchten Sie wissen, ob Ihre aktuelle Ration geeignet ist? Der EquiCoach in der App kann Sie bei der Interpretation von Futteranalysen begleiten und gibt konkrete Empfehlungen auf Basis der Daten im Pferdedossier. Geben Sie Gewicht, Aktivität und eventuelle Gesundheitsinformationen Ihres Pferdes ein, um eine persönliche maßgeschneiderte Beratung zu erhalten.

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