Wettkämpfe
Zweispännerfahren: so baust du eine solide Grundlage
Mit einem Zweispänner zu fahren ist eine der faszinierendsten Disziplinen in der Pferdewelt. Du lenkst zwei Pferde gleichzeitig, koordinierst ihre Bewegungen und baust gemeinsam mit ihnen ein starkes Team auf. Doch bevor du auf den Platz gehst, muss die Grundlage stimmen: korrektes Einfahren, die richtige Ausrüstung und ein klares Verständnis der Zügeltechnik. In diesem Artikel erfährst du als Anfänger alles Wichtige über das Zweispännerfahren – von den ersten Übungen bis zur Vorbereitung auf Wettkampfniveau.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was ist ein Zweispänner genau?
Ein Zweispänner besteht aus zwei Pferden, die nebeneinander vor einem Wagen oder einer Kutsche eingespannt sind. Die linke Seite wird als 'Handpferd' (oder Innenpferd) bezeichnet, die rechte Seite als 'Außenpferd'. Beide Pferde müssen im gleichen Takt laufen, dieselbe Haltung einnehmen und gleichzeitig auf die Hilfen des Fahrers reagieren. Das klingt logisch, erfordert in der Praxis jedoch viel Zeit, damit zwei individuelle Pferde als Einheit funktionieren. Erfahrene Fahrer empfehlen, mit zwei Pferden zu beginnen, die hinsichtlich Typ, Temperament und Schritt nah beieinanderliegen. Ein Unterschied von mehr als 5 Zentimetern im Stockmaß kann bereits zu Problemen mit der Balance des Geschirrs führen.
Zügel halten: die Grundprinzipien
Die Zügeltechnik beim Fahren unterscheidet sich grundlegend vom Reiten. Du hältst insgesamt vier Zügel: zwei für das linke Pferd und zwei für das rechte Pferd. Die am häufigsten verwendeten Grifftechniken sind die Achenbach-Methode und die Fillis-Methode, wobei Achenbach im Wettkampfsport die verbreitetste Methode ist. Bei Achenbach hältst du die Zügel in der linken Hand, mit den Außenzügeln unter den Innenzügeln, und verwendest die rechte Hand als Hilfshand zum Nachsteuern. Im Durchschnitt dauert es 3 bis 6 Monate konsequenten Übens, bis der Griff automatisch sitzt.
Ausrüstung, die du benötigst
- Ein gut passendes Zweispänner-Geschirr, individuell auf beide Pferde angepasst
- Eine homologierte Kutsche oder ein Trainingswagen (Gewicht prüfen: mindestens 300 kg für Wettkämpfe)
- Peitschen mit der richtigen Länge – in der Regel 180 bis 220 cm für einen Zweispänner
- Bremsende Geschirrbauteile wie Brustblatt und Deichselriemen nach Maß
- Sicherheitsweste und zugelassener Fahrhelm (NEN-EN 1384 oder vergleichbar)
Die ersten Wochen: Schritt für Schritt aufbauen
Beginne die ersten zwei Wochen mit langen Leinen, bevor du die Pferde vor die Kutsche spannst. Lass sie sich daran gewöhnen, nebeneinander zu laufen, an das Geräusch der Kutsche und den Kontakt des Geschirrs. Spanne sie dann zum ersten Mal vor einen leichten Trainingswagen, nicht länger als 20 Minuten pro Einheit. Arbeite auf einem abgesperrten Platz oder einer Weide ohne Ablenkung. Notiere jede Einheit im Pferdedossier von EquiSight: Wie haben die Pferde reagiert, gab es Unterschiede in Spannung oder Takt? Diese Informationen sind unverzichtbar, wenn du später Muster erkennen oder einen Instruktor hinzuziehen möchtest.
Häufige Fehler bei Anfängern
- Zu schnelles Herausgehen, bevor die Pferde an Geschirr und Kutsche gewöhnt sind
- Die Zügel zu locker oder zu fest halten – beide Pferde brauchen eine gleichmäßige Verbindung
- Vergessen, dass jedes Pferd weiterhin sein eigenes Training als Einzelpferd benötigt
- Die Peitsche nicht aktiv genug als dritte Hilfe neben Zügeln und Stimme einsetzen
- Kein Aufwärmen einplanen: Pferde müssen sich frei bewegen, bevor sie vor die Kutsche gespannt werden
Vorbereitung auf Wettkämpfe
Die Einstiegsklasse bei Zweispänner-Wettkämpfen ist die Klasse B, mit einer Dressurprüfung, einem Marathonparcours und einem Hindernisparcours. In Klasse B werden Pferde auf Gleichmäßigkeit des Takts, Gehorsam und Präsentation des Gespanns beurteilt. Melde dich mindestens acht Wochen vor einem Wettkampf an – beliebte Veranstaltungen sind schnell ausgebucht. Nutze den EquiSight-Kalender, um Trainingseinheiten, tierärztliche Kontrollen und Anmeldefristen im Blick zu behalten. Stelle außerdem sicher, dass Pässe und Impfnachweise aktuell sind: Kontrolleure prüfen diese bei der Ankunft standardmäßig.
- Klasse B: Dressur, Marathon bis 12 km, Hindernisparcours
- Erforderliche Prüfungsdokumente: Pässe, Impfungen (Influenza innerhalb von 6 Monaten)
- Wagen wird bei der Ankunft gewogen und auf Sicherheit überprüft
- Mindestalter der Pferde für die Wettkampfteilnahme: 4 Jahre
Professionelle Begleitung lohnt sich
Fahren lernt man nicht allein aus Büchern. Suche einen anerkannten Fahrinstruktor über den zuständigen Verband oder nimm an einer Zweispänner-Klinik teil. Ein guter Instruktor korrigiert deine Zügelposition, hilft dir, die Pferde gleichmäßiger zu stellen, und gibt Feedback, das du vom Bock aus selbst nicht sehen kannst. Hast du eine spezifische Frage außerhalb der Geschäftszeiten? EquiCoach kann dir sofort Antworten auf Fragen zur Geschirranpassung, zum Trainingsaufbau oder zu Wettkampfregeln geben – praktisch, wenn du mitten in einer Trainingswoche steckst.
