Zucht
Trächtigkeitsuntersuchung bei der Stute: wie und wann?
Ihre Stute wurde gedeckt oder besamt — und jetzt? Die Spannung beginnt sofort. Eine Trächtigkeitsuntersuchung schafft Klarheit und ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Stute und des Fohlens. In diesem Artikel erfahren Sie, wann Sie eine Untersuchung einplanen sollten, welche Methoden der Tierarzt verwendet und worauf Sie selbst achten können. So sind Sie bestens vorbereitet und wissen genau, was wann zu tun ist.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Erste Untersuchung: 14 bis 16 Tage nach der Bedeckung
Die früheste zuverlässige Ultraschalluntersuchung findet etwa am Tag 14 bis 16 nach der Ovulation statt. Der Tierarzt stellt mittels rektaler Sonographie eine Blase von etwa 20 Millimetern dar: die frühe embryonale Blase. Zu diesem Zeitpunkt ist auch sofort erkennbar, ob eine Zwillingsträchtigkeit vorliegt, die bei Stuten gefährlich sein kann. Zwillinge werden fast immer so früh wie möglich reduziert. Wartet man länger, wird dieser Eingriff schwieriger. Planen Sie diesen Termin daher bewusst und tragen Sie ihn in Ihren EquiSight-Kalender ein, damit er im Alltagstrubel nicht untergeht.
Zweite Untersuchung um Tag 25 bis 30
Um Tag 25 bis 30 prüft der Tierarzt, ob sich der Embryo normal entwickelt und ob ein Herzschlag vorhanden ist. Ein Herzschlag ist ein starker Indikator dafür, dass die Trächtigkeit lebensfähig ist. Zu diesem Zeitpunkt misst der Embryo bereits etwa 15 bis 20 Millimeter und ist deutlich erkennbar. Etwa 10 bis 15 Prozent der Trächtigkeiten enden dennoch durch frühen embryonalen Verlust, daher ist diese Untersuchung keineswegs überflüssig. Tragen Sie die Befunde direkt in das Pferdedossier von EquiSight ein, damit Ihr Hoftierarzt und der behandelnde Tierarzt stets dieselben Informationen einsehen können.
Weitere Kontrollzeitpunkte während der Trächtigkeit
Nach der Bestätigung um Tag 30 folgen noch einige feste Kontrollzeitpunkte. Der Zeitplan hängt von Ihrem Zuchtziel, dem Alter der Stute und etwaigen Risikofaktoren ab.
- Tag 45: Kontrolle auf normale Entwicklung und mögliche Abweichungen
- Tag 60 bis 70: Geschlechtsbestimmung ist per Ultraschall manchmal bereits möglich
- Monat 5 bis 6: Bluttest (eCG bzw. PMSG) zur Bestätigung der Trächtigkeit
- Monat 8 bis 9: Konditionsbeurteilung und Vorbereitung der Futteranpassung
- 4 bis 6 Wochen vor dem erwarteten Fohlentermin: Auffrischungsimpfungen und Eutercheck
Ultraschall oder Bluttest: Was wählen Sie?
Ultraschall ist der Goldstandard: schnell, präzise und schon früh einsetzbar. Ein Bluttest auf eCG (equines Choriongonadotropin) ist zwischen Tag 40 und Tag 120 zuverlässig, liefert jedoch keine Informationen über den Zustand oder die Lage des Embryos. Nach Tag 120 verschwindet eCG aus dem Blut; danach kann ein Progesterontest durchgeführt werden. Viele Züchter kombinieren beide Methoden für zusätzliche Sicherheit. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welches Vorgehen zur Situation Ihrer Stute passt.
Zeichen, die Sie zu Hause im Blick behalten sollten
Zwischen den offiziellen Untersuchungen können Sie selbst ebenfalls gut aufpassen. Achten Sie auf folgende Veränderungen:
- Zitzen, die dicker und voller werden (sichtbar ab Monat 8–9)
- Zunehmendes Bauchvolumen, besonders auf der rechten Seite
- Ausfluss aus der Vulva: klarer Schleim ist normal, eitriger Ausfluss nicht
- Verhaltensänderungen wie ruhiger werden oder verminderter Appetit
- Euter, das in den letzten 2 bis 4 Wochen zu füllen beginnt
Fütterung und Impfungen rechtzeitig regeln
Ab dem siebten Monat wächst das Fohlen schnell und der Nährstoffbedarf der Stute steigt. Erhöhen Sie daher schrittweise die Energie- und Proteinzufuhr — grob geschätzt 20 bis 30 Prozent mehr als der Erhaltungsbedarf. Phosphat, Calcium und Vitamin E sind besonders wichtig. Etwa 4 bis 6 Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin geben Sie eine Auffrischungsimpfung gegen Rhinopneumonie und gegebenenfalls Influenza. So erhält das Fohlen über die Biestmilch direkt Antikörper. Nutzen Sie EquiCoach, um Ihren Impfplan und Fütterungsplan auf die jeweilige Phase der Trächtigkeit abzustimmen.
Ein gepflegtes Trächtigkeitsdossier zahlt sich aus
Ein übersichtliches Dossier verhindert Fehler und hilft Ihnen bei einer späteren Trächtigkeit oder beim Verkauf des Fohlens. Halten Sie jeden Ultraschallbefund, jeden Blutbefund und jedes besondere Ereignis fest. Im Pferdedossier von EquiSight speichern Sie Ultraschallfotos, fügen Tierarztnotizen hinzu und verknüpfen Kalendereinträge mit der Trächtigkeit. So haben Sie jederzeit einen vollständigen Überblick — auch wenn vorübergehend ein Vertretungstierarzt oder eine Betreuungsperson eingesetzt wird.
