Saison

Herbstliche Graskoliken beim Pferd vorbeugen

Im Herbst läuft das Gras aus dem Ruder. Nach dem ersten Nachtfrost steigt der Fruktangehalt im Gras schnell an – manchmal innerhalb von 24 Stunden auf gefährliche Werte. Für Pferde, die an trockenes Raufutter gewöhnt sind, ist dies ein direkter Auslöser für Koliken. Mit einigen gezielten Maßnahmen halten Sie das Risiko herbstlicher Graskoliken gering und bringen Ihr Pferd gesund durch den Winter.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Herbstliche Graskoliken beim Pferd vorbeugen — illustratie bij EquiSight Saison

Warum Herbstgras so gefährlich ist

Sobald die Temperaturen nachts unter fünf Grad fallen, hört das Gras auf zu wachsen, betreibt aber weiterhin Photosynthese. Die dabei produzierten Zucker – insbesondere Fruktane – sammeln sich im Grasstängel an, da sie nicht mehr für das Wachstum verbraucht werden. An kalten, sonnigen Oktober- und Novembertagen kann der Fruktangehalt drei- bis viermal höher sein als im Sommer. Pferde können Fruktane nicht im Dünndarm verdauen; sie gelangen direkt in den Blinddarm, wo sie schnell fermentieren. Dies stört die Bakterienpopulation und erhöht das Risiko für Spasmus- oder Gaskoliken erheblich.

Risikofaktoren, die die Gefahr erhöhen

  • Weide mit kurzem, dicht abgegrasten Rasen – genau der Grasstängel enthält die meisten Fruktane
  • Pferd, das den Sommer im Stall verbracht hat und wenig Weidegrasverzehr gewohnt ist
  • Pferde mit EMS oder Insulinresistenz reagieren schneller auf Zuckerspitzen
  • Plötzlicher Wetterumschwung: von warm und bewölkt zu klar und kalt innerhalb von 48 Stunden
  • Geringer Wasserverbrauch beim Übergang zu kaltem Wetter erhöht die Darmträgheit

Clevere Weiderotation und Zeitplanung

Die einfachste Maßnahme ist, das Pferd erst nach 14:00 Uhr nach draußen zu lassen. Morgens ist der Fruktangehalt am höchsten, da das Gras die Nacht ohne Sonne, aber mit Kälte verbracht hat. Nach dem Mittag sind die Werte in der Regel gesunken. Begrenzen Sie den Weidegang bei starkem Nachtfrost (unter 2°C) auf maximal zwei Stunden. Ein Elektroband, mit dem Sie die verfügbare Weidefläche in Parzellen unterteilen, gibt Ihnen direkte Kontrolle ohne große Investitionen. Wechseln Sie die Parzellen alle drei bis vier Tage, damit das Gras nicht zu kurz abgefressen wird.

Raufutter als Puffer vor dem Weidegang

Geben Sie Ihrem Pferd immer zuerst Heu oder Silage, bevor es nach draußen geht. Ein Magen mit einem guten Raufutterpuffer verlangsamt die Magenentleerung und reduziert die Geschwindigkeit, mit der Fruktane in den Darm gelangen. Rechnen Sie mit mindestens einem Kilogramm Trockensubstanz pro 100 kg Körpergewicht als tägliche Raufutterbasis, unabhängig vom Weidegras. Lassen Sie Ihr Pferd niemals nüchtern auf eine fruktanreiche Weide.

Frühzeitig erkennbare Warnsignale

  • Pferd schaut auf oder beißt in die Flanken kurz nach der Rückkehr von der Weide
  • Sichtbare oder hörbare Darmgeräusche, unruhiges Stampfen
  • Wälzen oder Hinlegen ohne erkennbaren Grund
  • Verminderter Appetit direkt nach dem Weidegang
  • Erhöhter Herzschlag über 48 Schläge pro Minute in Ruhe

Muster im Pferdedossier festhalten

Koliken kommen selten völlig aus heiterem Himmel. Wenn Sie festhalten, wann Ihr Pferd Beschwerden hatte, wie lange der Weidegang dauerte und wie der Temperaturverlauf des Tages war, erkennen Sie schnell ein Muster. Im Pferdedossier von EquiSight erfassen Sie Gesundheitsnotizen, Weidepläne und Tierarztkonsultationen an einem Ort. EquiCoach gibt Ihnen einen Hinweis, wenn Sie mehrere Koliken-Vorfälle innerhalb kurzer Zeit erfasst haben, und liefert Ihnen gezielte Aufmerksamkeitspunkte für das nächste Herbst. So bauen Sie jedes Jahr ein genaueres Bild von der Empfindlichkeit Ihres eigenen Pferdes auf.

Den Übergang zur Stallfütterung planen

Stellen Sie zu schnell von Weidegras auf ausschließliches Raufutter um? Dann stört das die Darmbakterien genauso wie eine Fruktanspitze. Reduzieren Sie die Weidestunden über zwei bis drei Wochen schrittweise: Beginnen Sie mit einer Stunde weniger pro Tag. Fügen Sie dafür zusätzliches Heu hinzu, damit die gesamte Raufutteraufnahme konstant bleibt. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um einen Abbaupan mit Erinnerungen einzuplanen, damit Sie auch in vollen Arbeitswochen die Routine beibehalten.

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