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Pferd hat Angst vor Gewitter: So hilfst du ihm
Dunkle Wolken, rollendes Donnergrollen und grelle Blitze — für viele Pferde ist ein Gewitter ein echter Stressfaktor. Das ist keine Übertreibung: Pferde sind Fluchttiere mit feinem Gehör und einer angeborenen Wachsamkeit gegenüber plötzlichen Reizen. Zum Glück kannst du als Besitzer viel tun, um dein Pferd ruhiger durch ein Gewitter zu führen. In diesem Artikel erfährst du, welche Signale auf Angst hinweisen, wie du sofort eingreifen kannst und wie du dein Pferd langfristig widerstandsfähiger machst.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Woran erkennst du Gewitterangst bei einem Pferd?
Nicht jedes Pferd reagiert gleich. Manche Pferde beginnen schon zu schnauben und auf und ab zu laufen, wenn sich der Himmel bewölkt, während andere erst beim ersten Donnerschlag in Panik geraten. Häufige Anzeichen sind: Schweißflecken an Flanken und Hals, hochgereckte Kopfhaltung, weit aufgerissene Augen mit sichtbarem Augenweiß, Stampfen oder Drehen in der Box. Unruhige Pferde können im Stall auch versuchen auszubrechen oder Gegenstände zu beschädigen. Achte auch auf subtile Zeichen wie schnelle Atmung oder die Verweigerung von Futter — das sind frühe Warnsignale. Indem du diese Reaktionen im Pferdedossier von EquiSight festhältst, erkennst du Muster und kannst besser vorhersagen, wann ein Eingreifen nötig ist.
Draußen oder im Stall bei Gewitter?
Die am häufigsten gestellte Frage: Holst du dein Pferd herein oder lässt du es draußen? Im Freien besteht die Gefahr, dass Pferde sich in der Nähe hoher Bäume aufhalten, was bei Blitzschlag gefährlich ist. Im Stall fühlen sich die meisten Pferde sicherer, besonders in einer vertrauten Box mit ausreichend Platz — mindestens 3,5 mal 3,5 Meter für ein Warmblut. Achte darauf, dass der Stall gut geerdet ist und keine losen Metallteile herausragen. Lass dein Pferd während eines Gewitters nicht angebunden stehen; ein Pferd, das in Panik gerät und angebunden ist, kann sich ernsthaft verletzen.
Sofortmaßnahmen bei einem Gewitter
- Hole dein Pferd rechtzeitig herein, am besten bevor das Gewitter beginnt
- Lege ein Heunetz hin: Kauen hat eine nachweislich beruhigende Wirkung
- Stelle ruhige Stallgefährten in benachbarte Boxen — soziale Nähe wirkt beruhigend
- Vermeide selbst hektisches, gestresstes Verhalten; Pferde spiegeln deinen Stress wider
- Verwende bei Bedarf ein bewährtes beruhigendes Ergänzungsmittel — frage deinen Tierarzt nach der richtigen Dosierung
- Decke das Pferd nicht zusätzlich zu, wenn es schwitzt; das verstärkt das Stressgefühl
Desensibilisierung: Pferd an laute Geräusche gewöhnen
Langfristig ist die Desensibilisierung der wirksamste Ansatz. Dabei setzt du das Pferd schrittweise Gewittergeräuschen aus, beginnend mit einem niedrigen Lautstärkepegel — etwa 40 Dezibel — während das Pferd ruhig frisst oder gestriegelt wird. Erhöhe die Lautstärke langsam über mehrere Wochen. Kombiniere dies mit positiver Verstärkung: Belohne ruhiges Verhalten sofort mit einem Leckerli oder einer Streicheleinheit. Drei bis fünf kurze Einheiten pro Woche von jeweils zehn Minuten sind effektiver als lange, unregelmäßige Übungen. Notiere deinen Fortschritt und die Reaktionen deines Pferdes in EquiSight, damit du genau siehst, wann es eine Schwelle erreicht hat und wann du das Tempo erhöhen kannst.
Wann ziehst du einen Fachmann hinzu?
Wenn dein Pferd bei jedem Gewitter in Panik gerät, sich selbst verletzt oder bereits beim ersten Windstoß nervös wird, ist es sinnvoll, einen Verhaltensexperten oder Tierarzt hinzuzuziehen. Ein Tierarzt kann in extremen Fällen eine vorübergehende medikamentöse Unterstützung besprechen, während ein equiner Verhaltenstherapeut bei einem strukturierten Desensibilisierungsprogramm hilft. Im Durchschnitt dauert ein solches Programm vier bis acht Wochen, abhängig vom Schweregrad der Angst. Nutze den Kalender in EquiSight, um Termine und Übungseinheiten festzuhalten, damit du keine Einheit verpasst und die Kontinuität gewährleistest.
Vorbereitung: Das regelst du vor der Gewittersaison
- Überprüfe die Erdung deines Stalls vor Mai, wenn die Gewittersaison beginnt
- Besprich mit deinem Tierarzt, ob ein beruhigendes Ergänzungsmittel oder Produkt für dein Pferd geeignet ist
- Beginne mit der Geräuschdesensibilisierung bereits im April, damit dein Pferd vor dem Sommer daran gewöhnt ist
- Speichere die Notfalldaten deines Tierarztes im Pferdedossier von EquiSight
- Stelle sicher, dass Boxen und Umzäunungen keine Vorsprünge oder losen Teile haben, die bei Panik gefährlich werden könnten
