Saison
Pferd bei warmem Wetter: So bleibst du fit
Sobald die Temperaturen steigen, verändert sich die Pflege deines Pferdes erheblich. Überhitzung, Austrocknung und Hufrehe lauern um die Ecke – aber mit einigen gezielten Anpassungen hältst du dein Pferd an warmen Tagen gesund und komfortabel. In diesem Artikel erfährst du, welche Vorsichtsmaßnahmen den größten Unterschied machen, von der Wasserversorgung bis hin zu den Trainingszeiten.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Warum Wärme besondere Risiken birgt
Pferde erzeugen bei Anstrengung viel Körperwärme. Bei Temperaturen über 25 °C kühlt ein Pferd langsamer ab, weil die Temperaturdifferenz zwischen Körper und Umgebung geringer wird. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit – über 60 % – steigt das Risiko für Hitzestress schnell an. Als Faustregel gilt: Addiere die Temperatur (°C) zur Luftfeuchtigkeit (%). Liegt das Ergebnis über 130, ist intensives Training nicht empfehlenswert; über 150 ist sogar leichte Arbeit riskant. Hitzestress erkennst du an erhöhter Atemfrequenz (über 40 Atemzüge pro Minute), Schwitzen ohne Anstrengung und Apathie.
Ausreichend Wasser: mehr als du denkst
Ein Pferd trinkt normalerweise 30 bis 50 Liter Wasser pro Tag. Bei warmem Wetter und Arbeit kann das auf 80 Liter oder mehr ansteigen. Kontrolliere die Tränke mindestens zweimal täglich und sorge dafür, dass das Wasser frisch und sauber ist – viele Pferde verweigern schmutziges oder zu warmes Wasser. Füge dem Futter gegebenenfalls eine kleine Menge Salz (10 Gramm pro Tag) hinzu, um den Durst anzuregen. Ein Salzleckstein im Stall ist eine gute Ergänzung. Trage auffälliges Trinkverhalten im Pferdedossier von EquiSight ein, damit du Trends schnell erkennst.
Trainingszeiten dem Wetter anpassen
- Trainiere früh am Morgen (vor 9:00 Uhr) oder spät am Abend (nach 19:00 Uhr), wenn es kühler ist.
- Begrenze die Dauer intensiver Trainingseinheiten bei Temperaturen über 28 °C auf maximal 30–40 Minuten.
- Wechsle Galopp- und Schrittphasen häufiger ab, damit das Pferd kontinuierlich abkühlen kann.
- Nutze den EquiSight-Kalender, um Trainingseinheiten auf kühlere Tageszeiten zu planen.
- Sage Wettkämpfe und intensive Lektionen ab oder verlege sie, wenn der Temperatur-Feuchtigkeitswert über 130 liegt.
So kühlst du nach der Anstrengung richtig ab
Nach dem Reiten braucht dein Pferd Zeit zum Abkühlen. Beginne mit 10 Minuten Schritt, danach das Pferd mit lauwarmem Wasser abspritzen – beginne bei den Beinen und arbeite dich nach oben zum Rumpf vor. Lauwarmes Wasser ist genauso effektiv wie kaltes Wasser, verursacht aber weniger Stress. Schabe das aufgewärmte Wasser immer wieder ab, damit es keine isolierende Schicht bildet. Wiederhole den Vorgang, bis die Haut an Brust und Hals nicht mehr warm anfühlt. Stelle das Pferd erst in die Box, wenn die Atemfrequenz wieder normal ist (8–16 Atemzüge pro Minute).
Schutz vor Sonne und Insekten
Helle oder rosafarbene Haut rund um Nase und Augen verbrennt schnell. Verwende ein pferdefreundliches Sonnenschutzmittel (LSF 30 oder höher) an diesen Stellen und erwäge eine Fliegenmaske mit UV-Schutz. Sorge für ausreichend Schatten auf der Weide – ein Baum oder ein Unterstand von mindestens 3 mal 3 Metern pro Pferd. Pferde, die zwischen 11:00 und 15:00 Uhr in der Sonne stehen, haben ein deutlich höheres Risiko für Hitzestress. Stelle sie in diesem Zeitraum lieber in den Stall.
Futter bei Hitze anpassen
- Reduziere die Menge an Kraftfutter, da dies die Wärmeproduktion durch Fermentation erhöht.
- Gib abends und nachts mehr Raufutter, wenn es kühler ist.
- Füge bei starker Anstrengung oder längerem Schwitzen Elektrolyte hinzu – frage deinen Tierarzt nach der richtigen Dosierung.
- Vermeide große Mengen Frischgras in den heißesten Stunden aufgrund des Risikos einer Hufrehe.
- Biete eine kleine Menge eingeweichte Haylage als zusätzliche Feuchtigkeitsquelle für Pferde an, die wenig trinken.
EquiCoach hilft dir, Muster zu erkennen
Indem du Temperatur, Trainingsintensität, Flüssigkeitsaufnahme und Verhalten konsequent in EquiSight erfasst, erkennt EquiCoach Abweichungen früher, als du sie selbst bemerken würdest. Wenn dein Pferd drei Tage in Folge weniger trinkt oder die Herzfrequenz nach der Anstrengung langsamer sinkt, gibt EquiCoach ein Signal. So kannst du eingreifen, bevor Hitzestress oder Austrocknung zu einem ernsthaften Problem werden. Nutze das Tagebuch im Pferdedossier, um nach jedem Training Notizen hinzuzufügen.
