Gesundheit

Pferd keucht nach der Arbeit: Wann ist das normal?

Nach einem intensiven Training siehst du dein Pferd schnell atmen und vielleicht sogar keuchen. Das klingt besorgniserregend, aber in vielen Fällen ist es eine völlig normale Reaktion des Körpers. Der Pferdekörper benötigt Sauerstoff, damit die Muskeln arbeiten können, und nach Anstrengung steigt die Atemfrequenz vorübergehend deutlich an. Dennoch ist es klug zu wissen, wann Keuchen normal ist und wann etwas mehr dahinterstecken könnte. In diesem Artikel erfährst du, was die Atmung deines Pferdes dir verrät, welche Faktoren eine Rolle spielen und wie du schnell erkennst, ob es Grund zur besonderen Aufmerksamkeit gibt.

Veröffentlicht: 5/23/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was ist eine normale Atmung bei Pferden?

In Ruhe atmet ein gesundes Pferd 8 bis 16 Mal pro Minute. Während oder kurz nach intensiver Arbeit kann das auf bis zu 80 Atemzüge pro Minute ansteigen. Das klingt viel, ist aber eine bewusste physiologische Reaktion: Muskeln produzieren Kohlendioxid und Wärme, und die Lungen arbeiten härter, um diese abzuführen. Bei einem fitten Pferd normalisiert sich die Atmung in der Regel innerhalb von 10 bis 20 Minuten nach der Arbeit wieder. Zählt dein Pferd nach 30 Minuten noch immer mehr als 20 Atemzüge pro Minute, ist das ein Signal, genauer hinzuschauen.

Faktoren, die das Keuchen beeinflussen

Nicht jedes Pferd reagiert gleich auf Anstrengung. Diese Faktoren bestimmen, wie schnell dein Pferd sich erholt:

  • Kondition: Ein unkonditioniertes Pferd keucht bei gleicher Belastung länger als ein fittes Pferd
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Warmes und feuchtes Wetter verlangsamt die Abkühlung spürbar
  • Intensität und Dauer der Arbeit: Ein 20-minütiger Galopp fordert mehr als ein ruhiger Trab
  • Alter: Junge und ältere Pferde haben in der Regel eine langsamere Erholung
  • Gewicht: Übergewicht belastet das Herz-Lungen-System zusätzlich

Wann ist Keuchen ein Alarmsignal?

Es gibt Situationen, in denen Keuchen mehr als normale Erschöpfung ist. Achte auf folgende Anzeichen:

  • Nasenflügel, die in Ruhe oder lange nach der Arbeit geweitet bleiben
  • Eine doppelte Bauchatemhewegung (Heave-Schlag), bei der der Bauch beim Ausatmen zusätzlich einzieht
  • Pfeifende oder röchelnde Geräusche bei der Atmung
  • Husten in Verbindung mit schneller Atmung
  • Keuchen nach leichter Anstrengung, die normalerweise keine Mühe bereitet hat
  • Blaue oder blasse Schleimhäute

Abkühlen: So machst du es richtig

Eine gute Abkühlroutine hilft deinem Pferd, sich schneller zu erholen, und verhindert Probleme. Reite oder führe dein Pferd nach intensiver Arbeit immer mindestens 10 Minuten ruhig aus, damit die Herzfrequenz allmählich sinkt. Sorge für frische, saubere Luft – ein schlecht belüfteter Stall oder eine schlecht belüftete Reithalle verlangsamt die Erholung. Biete Wasser in kleinen Mengen an und warte mit großen Mengen, bis dein Pferd merklich abgekühlt ist. Im Sommer kannst du lauwarmes Wasser verwenden, um Muskeln und Hals abzuspülen; kaltes Wasser auf angespannte Muskeln kann Krämpfe verursachen. Halte die Abkühlzeit und etwaige Besonderheiten im Pferdedossier von EquiSight fest, damit du Muster in der Erholung über die Zeit erkennen kannst.

Atmung messen: Das brauchst du

Du brauchst keine spezielle Ausrüstung, um die Atmung zu zählen. Stehe neben deinem Pferd und zähle, wie oft sich die Flanken oder Nüstern in 15 Sekunden bewegen, dann multipliziere das mit 4. Mache das direkt nach der Arbeit, nach 10 Minuten und nach 30 Minuten. Notiere die Werte im EquiSight-Kalender oder im Pferdedossier. So baust du eine zuverlässige Basislinie auf und siehst sofort, wenn die Erholung von dem abweicht, was für dein Pferd normal ist. Pferde mit guter Kondition sinken oft schon innerhalb von 10 Minuten unter 30 Atemzüge pro Minute.

Mögliche zugrunde liegende Ursachen bei anhaltendem Keuchen

Wenn dein Pferd strukturell länger keucht als früher oder nach vergleichbarer Arbeit, könnte etwas dahinterstecken. Häufige Ursachen sind:

  • Equine Asthma (früher RAO oder COPD): chronische Atemwegsentzündung durch Staub, Schimmelsporen oder Allergene
  • Herzprobleme: Rhythmusstörungen oder Herzklappenfehler verringern die Ausdauer
  • Anämie: ein niedriger Blutgehalt sorgt für weniger Sauerstofftransport
  • Schmerzen: Pferde, die Schmerzen haben (z. B. Rückenprobleme), atmen als Stressreaktion schneller
  • Übertraining: zu wenig Erholung führt zu angesammelter Erschöpfung

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