Erkrankungen

Huflederhautentzündung beim Pferd: erkennen und behandeln

Die Huflederhautentzündung, auch Pododermatitis genannt, ist eine Entzündung der Huflederhaut und tritt häufiger auf, als viele Pferdebesitzer denken. Sie beginnt oft unscheinbar: Ihr Pferd ist etwas empfindlich auf hartem Untergrund oder tritt ungleichmäßig. Dennoch kann eine Huflederhautentzündung, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird, zu dauerhaften Schäden an der Hufstruktur führen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie eine Huflederhautentzündung erkennen, was die Ursachen sind und was Sie selbst tun können, während Sie auf den Hufschmied oder Tierarzt warten.

Veröffentlicht: 5/23/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was ist eine Huflederhautentzündung genau?

Die Huflederhautentzündung ist eine Entzündung der Huflederhaut, des empfindlichen Gewebes zwischen der Hufwand und dem Kronbein. Diese Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Bei der akuten Form zeigt sich eine deutliche Lahmheit, die schnell einsetzt, manchmal innerhalb weniger Stunden. Die chronische Form entwickelt sich allmählich über Wochen oder Monate und wird daher häufig übersehen. Eine Huflederhautentzündung betrifft häufiger die Vorderhufe als die Hinterhufe und kann einen oder mehrere Hufe gleichzeitig befallen. Es handelt sich um eine Erkrankung, die ernst genommen werden muss, denn unbehandelt kann die Hufstruktur dauerhaft geschädigt werden.

Symptome rechtzeitig erkennen

Die Symptome einer Huflederhautentzündung variieren je nach Schweregrad. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Lahmheit oder ungleichmäßiges Treten, besonders auf hartem oder unebenem Untergrund
  • Wärme im Huf, spürbar wenn Sie Ihre Hand gegen die Hufwand halten
  • Erhöhter Puls in der Kronensehne (Pulsieren an der Seite der Krone spürbar)
  • Das Pferd möchte das Gewicht vom betroffenen Huf entlasten, zum Beispiel indem es das Bein vorstellt
  • Empfindlichkeit beim Untersuchen des Hufs mit einer Hufzange
  • In schweren Fällen: Schaufen, Schwitzen oder Verweigerung der Bewegung

Häufige Ursachen einer Huflederhautentzündung

Eine Huflederhautentzündung hat selten eine einzige Ursache. Meistens spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Fütterungsfehler: zu viel Zucker oder Stärke, zum Beispiel durch übermäßiges Weiden auf jungem Frühjahrsgras
  • Überlastung: zu langes Reiten auf hartem Asphalt oder intensives Training ohne ausreichenden Aufbau
  • Schlechte Hufpflege: zu lange Beschlagintervalle (länger als 8 Wochen) oder falsche Balance
  • Infektionen oder Toxine: zum Beispiel nach einer schweren Kolik oder Gebärmutterentzündung nach dem Fohlen
  • Fettleibigkeit: Übergewicht erhöht dauerhaft den Druck auf die Hufstruktur

Das tun Sie zuerst bei Verdacht

Vermuten Sie eine Huflederhautentzündung? Stellen Sie Ihr Pferd sofort in einen Stall mit weichem, trockenem und sauberem Boden, vorzugsweise mit reichlich Stroh. Schränken Sie das Futter sofort ein: kein frisches Gras, kein Müsli, nur gutes Heu in hoher Qualität. Rufen Sie noch am selben Tag Ihren Tierarzt oder Hufschmied an — eine Huflederhautentzündung erfordert eine professionelle Beurteilung. Machen Sie Fotos von den Hufen und notieren Sie, wann die Symptome begannen und ob es kürzlich Änderungen in Fütterung, Bewegung oder Stallmanagement gab. Im Pferdedossier von EquiSight können Sie solche Beobachtungen mit Zeitstempel festhalten, sodass Sie beim Konsultationsgespräch sofort konkrete Informationen liefern können.

Behandlung und Genesung: was können Sie erwarten?

Die Behandlung hängt vom Schweregrad ab. Bei einer milden Form ist häufig Ruhe von 2 bis 4 Wochen, kombiniert mit Anpassungen in Fütterung und Hufbearbeitung, ausreichend. Bei einer schwereren Entzündung kann der Tierarzt entzündungshemmende Mittel verschreiben. Orthopädische Hufeisen oder spezielle Bearbeitung (zum Beispiel mit zurückgesetzter Zehe) helfen, den Druck auf die empfindlichen Bereiche zu verringern. Eine vollständige Genesung dauert manchmal 3 bis 6 Monate, je nachdem, wie lange die Entzündung bereits bestand. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um Behandlungstermine und Beschlagtermine festzuhalten und den Fortschritt zu verfolgen.

So verringern Sie das Rückfallrisiko

  • Lassen Sie die Hufe alle 6 bis 8 Wochen von einem zertifizierten Hufschmied bearbeiten
  • Schicken Sie Ihr Pferd nicht plötzlich nachts auf eine Weide mit jungem Frühjahrsgras — gewöhnen Sie es schrittweise daran
  • Wiegen Sie Ihr Pferd regelmäßig und halten Sie den Körperkonditionsscore (BCS) zwischen 4 und 5 auf einer Skala von 9
  • Sorgen Sie für einen schrittweisen Trainingsaufbau mit mindestens 2 Ruhetagen pro Woche bei intensiver Arbeit
  • Nutzen Sie EquiCoach, um Fragen zu Fütterung und Bewegungsaufbau speziell für Ihr Pferd zu beantworten

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