Verkauf
Pferd kaufen: Worauf solltest du wirklich achten?
Ein Pferd zu kaufen ist ein großer Schritt – sowohl finanziell als auch emotional. Trotzdem lassen sich viele Käufer vom ersten Gefühl mitreißen und vergessen dabei entscheidende Prüfpunkte. Ob du ein Freizeitpferd für 3.000 € oder ein Sportpferd für 25.000 € suchst – die Vorbereitung entscheidet darüber, ob du ein gutes Match findest oder jahrelang mit Problemen kämpfst. In diesem Artikel fassen wir die wichtigsten Punkte zusammen, vom ersten Telefonat bis zur Ankaufsuntersuchung.
Veröffentlicht: 5/23/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV
Beginne mit einem klaren Anforderungsprofil
Bevor du Anzeigen durchstöberst, ist es sinnvoll, schriftlich festzuhalten, was du genau suchst. Überlege: Welche Disziplin, wie viele Stunden pro Woche reitest du, wie erfahren bist du als Reiter, und was ist dein maximales Budget inklusive Nebenkosten? Diese Nebenkosten werden oft unterschätzt – Stall, Futter, Hufschmied und Tierarzt kommen schnell auf 500 bis 900 € pro Monat. Ein konkretes Anforderungsprofil verhindert, dass du dich von einem wunderschönen Äußeren verleiten lässt, das überhaupt nicht zu deinem Niveau oder deiner Situation passt. Notiere auch deine Ausschlusskriterien, wie bestimmte Verhaltensprobleme oder ein Mindestalter.
Was überprüfst du bei der Besichtigung?
Eine Besichtigung liefert dir viele Informationen, wenn du weißt, worauf du achten musst. Beobachte das Pferd zunächst in der Box: Wie steht es da, gibt es Anzeichen von Stress wie Koppen oder Weben? Achte anschließend auf das Ausreiten und Aufsteigen.
- Bewegung in Schritt, Trab und Galopp auf gerader Linie und auf dem Zirkel
- Verhalten beim Satteln und Anschirren
- Reaktion auf die Hilfen eines unbekannten Reiters (lass das Pferd auch selbst reiten)
- Hufqualität sowie eventuelle Schwellungen oder Wärme in den Beinen
- Verhalten in der Gesellschaft anderer Pferde und bei Ablenkungen
Die Geschichte des Pferdes erfragen
Fordere immer den Pass an und überprüfe Impfungen, Chipnummer und Eigentumshistorie. Je mehr Besitzer ein Pferd in kurzer Zeit hatte, desto mehr Fragen wirft das auf. Frage auch nach früheren Verletzungen, Behandlungen und Medikamentengabe. Ein Verkäufer, der dabei vage bleibt oder die Vorlage von Dokumenten verweigert, ist ein deutliches Signal zur Vorsicht. Speichere alle Informationen im Pferdedossier von EquiSight, damit du alles geordnet hast, wenn du dich zum Kauf entscheidest.
Ankaufsuntersuchung: niemals überspringen
Eine Ankaufsuntersuchung durch einen unabhängigen Tierarzt kostet durchschnittlich 200 bis 400 €, je nach Anzahl der Röntgenaufnahmen. Dieser Betrag amortisiert sich immer: Selbst bei Pferden unter 5.000 € können versteckte Mängel zu Tierarztkosten führen, die den Kaufpreis bei Weitem übersteigen. Wähle immer einen Tierarzt, der nicht mit dem Verkäufer verbunden ist. Bespreche im Voraus, welches Untersuchungsniveau du möchtest – eine einfache Untersuchung unterscheidet sich erheblich von einem umfangreichen Protokoll mit Blutuntersuchung und Ultraschall.
Häufige Fehler beim Kauf
- Keine Proberunde machen oder zu kurz reiten (mindestens 30 Minuten in verschiedenen Situationen)
- Sich nur auf Videos verlassen, ohne das Pferd live zu sehen
- Die Ankaufsuntersuchung überspringen, um Geld zu sparen
- Vergessen, nach dem aktuellen Fütterungs- und Trainingsplan zu fragen
- Zu schnell entscheiden unter Zeitdruck des Verkäufers
Praktische Vereinbarungen für die Übergabe
Halte alle Vereinbarungen schriftlich fest, auch bei einem Kauf zwischen Privatpersonen. Notiere den vereinbarten Betrag, das Übergabedatum, ob Decken und Sattel inbegriffen sind oder nicht, sowie eventuelle Vorbehalte wie das Ergebnis der Untersuchung. Lege auch fest, wer für den Transport verantwortlich ist. Sobald das Pferd bei dir ist, legst du direkt ein vollständiges Profil in EquiSight an – mit Passfoto, Passdaten, Gewicht und den Befunden aus der Untersuchung. So startest du sofort organisiert und kannst über den Kalender Impfungen und Hufschmiedbesuche einplanen.
