Gesundheit

Kotuntersuchung bei Pferden: Was bedeutet der EPG-Wert?

Eine Kotuntersuchung zeigt dir, wie viele Wurmeier pro Gramm Kot vorhanden sind – der sogenannte EPG-Wert (Eggs Per Gram). Dieser Wert bestimmt, ob dein Pferd behandelt werden muss oder nicht. Immer mehr Tierärzte und Pferdebesitzer rücken von dem Schema ab, bei dem jedes Pferd automatisch alle drei Monate eine Wurmkur erhält. Eine gezielte Entwurmung auf Basis einer Kotuntersuchung ist effektiver, verhindert Resistenzen und spart Geld. In diesem Artikel erfährst du, wie eine Kotuntersuchung funktioniert, was die Ergebnisse bedeuten und wie du die Resultate sinnvoll festhältst.

Veröffentlicht: 5/23/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was misst ein EPG-Wert genau?

EPG steht für Eggs Per Gram: die Anzahl der Wurmeier, die pro Gramm Pferdekot unter dem Mikroskop gezählt werden. Laboratorien verwenden hierfür die McMaster-Technik, bei der eine feste Menge Kot in einer Flüssigkeit aufgelöst wird und die Eier in einer Zählkammer nach oben steigen. Bei einer Standard-Kotuntersuchung geht es um Strongyliden (kleine und große Strongyliden). Für Bandwürmer (ELISA-Bluttest oder Speicheltest) und Magendasseln-Larven ist eine separate Untersuchung erforderlich. Der EPG-Wert liefert also kein vollständiges Wurmbild, ist aber der praktischste alltägliche Maßstab für den Wurmdruck bei deinem Pferd.

Was sind normale und erhöhte Werte?

Die meisten Tierärzte verwenden folgende Schwellenwerte für Strongyliden:

  • 0–200 EPG: geringer Wurmdruck, keine Behandlung erforderlich
  • 200–500 EPG: mäßiger Wurmdruck, Rücksprache mit dem Tierarzt empfohlen
  • 500+ EPG: hoher Wurmdruck, Entwurmung empfohlen
  • Fohlen und Jungpferde (< 3 Jahre): niedrigere Schwelle, Behandlung bereits ab 200 EPG
  • Nach einer Kur: Nachtest nach 14 Tagen zur Überprüfung auf Resistenzen (FECRT)

Wie nimmst du eine gute Kotprobe?

Ein zuverlässiges Ergebnis beginnt mit einer guten Probe. Befolge diese Schritte:

  • Sammle frischen Kot, vorzugsweise die innere Schicht eines frisch gefallenen Kotbällchens
  • Verwende einen sauberen Behälter oder das Probenröhrchen deines Labors
  • Sammle mindestens 3 Gramm – etwa einen Esslöffel
  • Bewahre die Probe kühl auf (Kühlschrank, max. 4 °C) und schicke sie innerhalb von 24 Stunden ein
  • Notiere das Pferd, das Datum und etwaige Medikamente, die es kürzlich erhalten hat

Wie oft sollte eine Kotuntersuchung durchgeführt werden?

Die Häufigkeit hängt vom Ergebnis ab. Pferde mit dauerhaft niedrigen EPG-Werten (sogenannte 'Low Shedder') können in der Regel zweimal jährlich getestet werden: im Frühjahr und im Herbst. Pferde, die regelmäßig über 500 EPG liegen ('High Shedder'), verdienen häufigere Aufmerksamkeit – drei bis vier Mal pro Jahr. Berücksichtige auch die Jahreszeit: Der Wurmdruck ist im Frühling und Frühsommer am höchsten, wenn die Larven auf dem Gras aktiv sind. Ein Nachtest nach einer Wurmkur – der Fecal Egg Count Reduction Test (FECRT) – ist sinnvoll, um Resistenzen frühzeitig zu erkennen. Trage alle Ergebnisse in das Pferdedossier von EquiSight ein, damit du das Muster deines Pferdes über mehrere Jahre hinweg verfolgen kannst.

Resistenz: Warum gezielte Entwurmung wichtig ist

Resistenzen gegen Entwurmungsmittel sind ein wachsendes Problem, insbesondere gegen Benzimidazole (z. B. Fenbendazol). Wenn du blind alle drei Monate entwurmst, selektierst du genau jene Würmer, die überleben – und diese vermehren sich unkontrolliert. Gezielte Entwurmung bedeutet: nur behandeln, wenn der EPG-Wert tatsächlich den Schwellenwert überschreitet. Dies erhält die Population empfindlicher Würmer und verlängert die Wirksamkeit der verfügbaren Mittel. Ivermectin und Moxidectin haben derzeit noch eine gute Wirkung gegen Strongyliden, aber auch hier nimmt die Resistenz zu. Halte die Ergebnisse deines FECRT fest und besprich Abweichungen umgehend mit deinem Tierarzt.

Kotuntersuchungen in EquiSight erfassen

Alle EPG-Ergebnisse, die verwendeten Mittel und die Daten der Nachtests sind wertvolle Gesundheitsdaten. Im Pferdedossier von EquiSight speicherst du diese Informationen pro Pferd, sodass du beim nächsten Beratungsgespräch oder bei einem neuen Stallbetreiber sofort die vollständige Wurmhistorie vorweisen kannst. EquiCoach erinnert dich zudem auf Basis deiner erfassten Ergebnisse daran, wann ein Nachtest ansteht, und erklärt auffällige Werte. So musst du nicht alles selbst im Blick behalten.

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