Pflege

Pferd waschen: praktische Tipps für Sommer und Winter

Sein Pferd zu waschen klingt einfach, doch der Zeitpunkt, die Wassertemperatur und die Trockenmethode machen einen großen Unterschied für das Wohlbefinden und die Fellkondition des Pferdes. Im Sommer ist ein nasses Pferd innerhalb einer Viertelstunde trocken, im Winter kann dasselbe Pferd stundenlang auskühlen, wenn man es falsch angeht. Mit der richtigen Vorgehensweise spült man Schmutz, Schweiß und Shamporeste effektiv ab, ohne das Pferd zu unterkühlen oder die Haut auszutrocknen. In diesem Artikel findest du konkrete Tipps für beide Jahreszeiten, einschließlich der richtigen Produkte und Trockentechniken.

Veröffentlicht: 5/23/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Wann darf man ein Pferd waschen?

Im Sommer gilt eine einfache Faustregel: Wasche dein Pferd, wenn die Außentemperatur mindestens 15 Grad beträgt und genug Sonne oder Wind vorhanden ist, damit es danach schnell trocknen kann. Im Winter gilt eine strengere Grenze. Vermeide das Waschen bei Temperaturen unter 10 Grad, es sei denn, du verfügst über einen beheizten Waschplatz oder eine professionelle Coolerdecke. Ein Pferd, das zu lange nass bleibt, verliert Körperwärme und kann im schlimmsten Fall Kolik oder Muskelprobleme entwickeln. Möchtest du im Winter trotzdem reinigen, verwende Trockenshampoo, eine Striegel oder einen Warmwasserschwamm für die gezielte Reinigung, zum Beispiel am Kreuz nach dem Training.

Die richtige Wassertemperatur je nach Jahreszeit

Zu kaltes Wasser schreckt die Muskeln an und macht das Pferd unruhig. Verwende im Sommer zu Beginn lauwarmes Wasser (ca. 20-25 Grad) und schließe mit kühlem Wasser an den Beinen ab, um die Durchblutung anzuregen. Im Winter, wenn du doch in einem beheizten Raum wäschst, verwendest du Wasser von mindestens 30 Grad und arbeitest so schnell wie möglich. Spüle immer von hinten nach vorne, damit kein Wasser an kalten Stellen stehen bleibt. Vermeide es, den Kopf mit einem Gartenschlauch nass zu machen; verwende für den Kopf stets einen weichen Schwamm.

Shampoo wählen: Was funktioniert am besten?

Nicht jedes Shampoo ist für jedes Fell oder jede Haut geeignet. Beachte dabei folgende Punkte:

  • Verwende ein pH-neutrales Pferdeshampoo (pH 6,5-7), um die Hautbarriere intakt zu halten.
  • Bei trockener oder schuppiger Haut wähle ein pflegendes Shampoo mit Aloe Vera oder Aloe-Extrakt.
  • Weiße oder flachsfarbene Pferde profitieren von einem lilafarbenen Shampoo, das Gelbverfärbungen neutralisiert.
  • Wasche niemals häufiger als 1- bis 2-mal pro Woche mit Shampoo; häufigeres Waschen entfernt zu viel des natürlichen Talgfilms.
  • Spüle immer mindestens 3-5 Minuten lang, bis das Wasser vollständig klar ist – Shamporeste verursachen Juckreiz.

Schritt-für-Schritt-Waschen im Sommer

  • Löse den Schmutz zunächst trocken mit Striegel und Körperbürste, bevor du Wasser verwendest.
  • Nässe das Pferd von der Schulter bis zum Schweif ein, beginne niemals beim Kopf.
  • Trage das Shampoo mit einem Schwamm oder Waschhandschuh auf und arbeite in Kreisbewegungen.
  • Spüle gründlich von vorne nach hinten; kontrolliere die Leisten, Achseln und den Schweifansatz.
  • Streife überschüssiges Wasser mit einem Schweißeisen (Sweat Scraper) in geraden Zügen ab.
  • Lass das Pferd sich bewegen oder stelle es in die Sonne; bei warmem Wetter ist es in 15-20 Minuten trocken.

Trockentechniken, die wirklich funktionieren

Der Trocknungsprozess ist mindestens genauso wichtig wie das Waschen selbst. Nach dem Abstreifen mit dem Schweißeisen kannst du eine Fleece- oder Coolerdecke verwenden, die Feuchtigkeit aufnimmt und dennoch Luft durchlässt. Lass das Pferd anschließend in einem ruhigen Tempo 5-10 Minuten laufen oder longieren; Bewegung beschleunigt den Trocknungsprozess erheblich. Im Winter ist eine Anti-Schweiß-Decke in Kombination mit einer warmen Stalldecke die sicherste Option. Überprüfe nach 30 Minuten, ob sich die Haut hinter dem Sattelbereich und zwischen den Hinterbeinen trocken anfühlt. Stelle ein Pferd niemals mit nassem Mähnenhaar, Schweif oder Bauchline in den Stall.

Beine und Hufe gesondert behandeln

Die Beine verdienen besondere Aufmerksamkeit, besonders bei Pferden, die empfindlich auf Mauke oder Hautirritationen reagieren. Spüle Schlamm direkt nach einem Ritt ab, trockne die Beine aber vollständig mit einem saugfähigen Handtuch oder Papier. Bei Pferden mit viel Behang (Friesen, Tinker) ist es ratsam, die Rückseite der Fesselgelenke wöchentlich auf Rötungen oder Krusten zu untersuchen – frühe Anzeichen von Mauke. Lass die Beine niemals nass in der Box stehen; nasses Stroh zieht Bakterien an. Halte solche Beobachtungen im Pferdedossier von EquiSight fest, damit du Muster über mehrere Wochen zurückverfolgen kannst.

Planen und nachverfolgen mit EquiSight

Konsequente Pflege beginnt mit einem guten Überblick. Über den Kalender in EquiSight planst du Wasch- und Pflegetermine ein und verknüpfst sie mit Trainings- oder Wettkampfterminen. Nutze EquiCoach, um schnell einen maßgeschneiderten Waschplan zu erstellen, der auf dem Jahreszeit, der Arbeitsart und dem Fell deines Pferdes basiert. So vergisst du nie mehr, wann du zuletzt mit Shampoo gewaschen oder die Beine kontrolliert hast.

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