Gesundheit

Pferd schwitzt zu viel: Ursachen und was du tun kannst

Ein Pferd, das nach Belastung schwitzt, ist völlig normal — Schwitzen ist die wichtigste Methode, mit der Pferde ihre Körpertemperatur regulieren. Aber was, wenn dein Pferd übermäßig schwitzt, sogar in Ruhe, oder nach intensivem Training kaum feucht wird? Dann könnte etwas nicht stimmen. In diesem Artikel erfährst du, wann übermäßiges Schwitzen ein Signal ist, welche häufigsten Ursachen es gibt und wie du als Besitzer schnell und konkret eingreifen kannst.

Veröffentlicht: 5/23/2026

EquiSight Editorial

EquiSight Editorial

Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Wann ist Schwitzen normal oder nicht?

Pferde schwitzen bei Belastung, Wärme und Stress. Das ist gesund. Bedenklich wird es, wenn dein Pferd bereits nach einem ruhigen 20-minütigen Schritt durchnässt ist, in der Box ohne Anlass schwitzt oder nach intensivem Training kaum feucht wird (Anhidrose). Als Faustregel gilt: Ein Pferd, das nach normaler Arbeit mehr als 30 bis 40 Minuten braucht, um trocken zu werden, oder weiße Schaumflecken an Hals und Flanken ohne starke Belastung zeigt, verdient besondere Aufmerksamkeit. Notiere Muster im EquiSight-Pferdedossier, damit du beim Tierarzt einen klaren Überblick hast, wie oft und unter welchen Umständen das übermäßige Schwitzen auftritt.

Häufige Ursachen im Überblick

  • Konditionsmangel: Ein untrainiertes oder übergewichtiges Pferd muss härter arbeiten und schwitzt schneller.
  • Fieber oder Infektion: Selbst eine leichte Temperaturerhöhung von 0,5 °C über 38,5 °C kann zusätzliches Schwitzen verursachen.
  • Schmerzen oder Kolik: Schwitzen in Ruhe kombiniert mit Unruhe ist ein Alarmsignal.
  • Hormonelle Erkrankungen: Cushing (PPID) bei Pferden über 15 Jahren geht häufig mit abnormalem Schwitzen einher.
  • Stress und Angst: Ein nervöses Pferd aktiviert das sympathische Nervensystem und produziert mehr Schweiß.
  • Schlechte Belüftung: Eine Box ohne ausreichende Luftzirkulation erhöht die Umgebungstemperatur und verschlimmert das Problem.

Elektrolyte und Flüssigkeit: die Grundlage

Pferdeschweiß enthält deutlich mehr Natrium, Kalium und Chlorid als menschlicher Schweiß. Bei intensiver Arbeit von einer Stunde kann ein Pferd 10 bis 15 Liter Flüssigkeit verlieren. Ergänze dies mit frischem, sauberem Trinkwasser — mindestens 30 Liter pro Tag in Ruhe, bis zu 60 Liter bei Wärme oder Training. Elektrolyte können dem Futter oder Wasser zugesetzt werden, jedoch nur, wenn das Pferd ausreichend trinkt; Elektrolyte bei einem dehydrierten Pferd ohne freien Wasserzugang wirken kontraproduktiv. Überprüfe die Hydration mit der Hautfaltenprobe: Kneife die Haut am Hals und lass los — bei einem gut hydrierten Pferd springt die Haut innerhalb einer Sekunde zurück.

Wann rufst du den Tierarzt?

Rufe sofort an, wenn das Schwitzen mit einem oder mehreren der folgenden Signale einhergeht:

  • Schwitzen in Ruhe ohne erkennbare Ursache, länger als 30 Minuten.
  • Fieber über 38,5 °C kombiniert mit vermindertem Appetit.
  • Anzeichen von Kolik: Blicke auf den Bauch, Wälzen, Futterverweigerung.
  • Tremoren (Muskelzittern) oder Muskelverhärtung nach Belastung — möglicherweise Tying-up.
  • Schwitzen, das während intensiver Arbeit aufhört (Anhidrose), erkennbar als trockenes, heißes Pferd nach dem Galopp.

Praktische Anpassungen im Management

  • Baue die Kondition schrittweise auf: Erhöhe die Trainingsintensität nicht um mehr als 10% pro Woche.
  • Schere ein dicker behaartes Winterpferd rechtzeitig: Ein langes Fell erhöht die Körpertemperatur schnell.
  • Sorge für mindestens 50 m³ Luftaustausch pro Stunde in der Box.
  • Plane schwere Arbeit früh am Morgen oder spät am Abend bei Temperaturen über 20 °C.
  • Verwende ein Antikolik-Supplement oder verabreiche Natriumbicarbonat über den Tierarzt bei Tying-up-empfindlichen Pferden.

EquiSight hilft dir, Muster zu erkennen

Sporadisches Schwitzen ist ohne Daten schwer zu beurteilen. Mit dem EquiSight-Pferdedossier erfasst du pro Training, wie intensiv die Arbeit war, die Umgebungstemperatur und wie lange das Pferd zum Trocknen benötigt hat. Nach einigen Wochen siehst du sofort, ob es ein Muster in den Umständen gibt. EquiCoach analysiert diese Daten und gibt konkrete Empfehlungen, wie zum Beispiel: 'In den letzten 14 Tagen schwitzte dein Pferd bei Temperaturen über 22 °C deutlich mehr — erwäge, das Training auf den Morgen zu verlegen'. So erhältst du nicht nur die Gesundheit, sondern optimierst auch die Trainingsplanung über die EquiSight-Agenda.

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