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Schatten auf der Weide: warum es unverzichtbar ist
Eine sonnige Weide klingt ideal, doch für Pferde ist vollständige Sonneneinstrahlung im Sommer schlichtweg gefährlich. Ohne Schatten kann ein Pferd überhitzen, Sonnenbrand bekommen und chronischen Stress entwickeln. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Schatten eine Grundvoraussetzung ist, welche Anforderungen er erfüllen muss und wie Sie dies praktisch für Ihre Situation regeln können.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was Überhitzung mit einem Pferd macht
Pferde regulieren ihre Körpertemperatur anders als Menschen. Sie schwitzen zwar, aber dieser Kühlmechanismus reicht nicht aus, wenn die Umgebungstemperatur über 28 °C steigt und kein Schatten verfügbar ist. Die Kerntemperatur kann dann auf über 39,5 °C ansteigen, was Hitzestress verursacht. Symptome sind schnelle Atmung, wenig oder dunkler Urin, Trägheit und in schweren Fällen Koliken oder Zusammenbruch. Pferde auf einer offenen, schattenlosen Weide zeigen zudem deutlich mehr stressbedingtes Verhalten: Sie bewegen sich unruhig, scharren und kauen weniger. Das hat direkte Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden und langfristig auf ihre Gesundheit und Kondition.
Wie viel Schatten braucht ein Pferd?
Als Faustregel gilt mindestens 4 bis 5 m² Schatten pro Pferd. Bei einer Gruppe von vier Pferden benötigen Sie also schnell 20 m² effektiven Schatten, vorzugsweise über die Weide verteilt, damit dominante Tiere weniger Möglichkeit haben, andere zu vertreiben. Der Schatten muss auch zur heißesten Tageszeit — in der Regel zwischen 12:00 und 16:00 Uhr — ausreichend sein. Beachten Sie, dass der Schattenbereich eines Baumes oder Unterstandes mit der Sonne wandert; ein Platz, der um 10:00 Uhr schattig ist, kann um 14:00 Uhr in vollem Sonnenlicht liegen.
Beste Optionen für Schatten auf der Weide
- Ausgewachsene Laubbäume (Eiche, Esche, Buche) bieten den natürlichsten und größten Schattenbereich, aber Sie sind auf das angewiesen, was bereits vorhanden ist.
- Ein dreiseitig offener Unterstand von mindestens 3 x 4 m pro Pferd bietet ganzjährigen Schutz und ist einfach zu reinigen.
- Schattennetze (mindestens 70% UV-blockierend) sind eine flexible temporäre Lösung, ideal wenn Sie pachten oder einen Unterstand noch bauen lassen.
- Hohe Hecken oder Windschutzstreifen bieten kombinierten Schutz gegen Sonne und Wind, brauchen aber Jahre zum Heranwachsen.
- Kombinieren Sie zwei Optionen zur Sicherheit: Bäume plus ein Unterstand stellen sicher, dass immer Schatten verfügbar ist, unabhängig vom Sonnenstand.
Achtung: giftige Bäume in der Nähe
Nicht jeder Baum ist geeignet. Eibe ist für Pferde tödlich und darf sich niemals in oder bei der Weide befinden. Eicheln in großen Mengen verursachen Vergiftungen, daher erfordert eine Eiche mit übermäßigem Eichelfall im Herbst besondere Aufmerksamkeit. Kastanie und Holunder sind ebenfalls riskant. Überprüfen Sie neue Weiden immer auf vorhandene Bäume und Sträucher, bevor Sie Pferde einlassen. Befunde und Risiken lassen sich einfach im Pferdedossier von EquiSight festhalten, sodass Sie bei einem Stall- oder Betreuerwechsel jederzeit darauf zurückgreifen können.
Sonnenbrand: unterschätztes Risiko bei hellen Pferden
Schimmel, Cremolos und Pferde mit einem weißen Kopf oder weißen Flecken an der Nase bekommen bei langanhaltender Sonneneinstrahlung schnell Sonnenbrand auf unbehaarter oder rosafarbener Haut. Dies äußert sich in Rötungen, Schuppung und Schmerzen und kann bei Wiederholung zu chronischen Hautproblemen oder sogar Hautkrebs führen. Verwenden Sie wasserfesten Sonnenschutz (Faktor 30 oder höher) an empfindlichen Stellen wie der Nase und rund um die Augen, und tragen Sie diesen täglich nach dem Schwitzen oder bei Regen erneut auf. Schatten ist dabei die erste und wirksamste Schutzmaßnahme.
Schatten planen und verfolgen in EquiSight
Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um Erinnerungen für das Aufhängen von Schattennetzen zu Beginn der Saison oder für die Inspektion des Unterstandes nach dem Winter einzustellen. Über EquiCoach können Sie Fragen zu spezifischen Situationen stellen, beispielsweise welche Art von Schattennetz für eine bestimmte Weidegröße geeignet ist oder wie Sie Hitzestress bei einer bestimmten Pferderasse erkennen. So haben Sie alle praktischen Informationen an einem Ort, auch wenn Sie mehrere Pferde oder Standorte verwalten.
Fünf konkrete Maßnahmen für diese Saison
- Kontrollieren Sie die Weide vor dem 1. Juni: Stehen zur heißesten Tageszeit mindestens 4 m² Schatten pro Pferd zur Verfügung?
- Überprüfen Sie den Unterstand auf Schäden durch Winter und Sturm; ersetzen Sie lose Bretter oder rostige Schrauben sofort.
- Besorgen Sie Schattennetze rechtzeitig — bei warmem Frühlingswetter sind sie bei Lieferanten schnell vergriffen.
- Fotografieren Sie die Schattensituation um 13:00 Uhr und speichern Sie dies im Pferdedossier als Ausgangsmessung für spätere Vergleiche.
- Richten Sie im EquiSight-Kalender für den Zeitraum Juni–August eine tägliche Kontrolle ein, um Hitzestress frühzeitig zu erkennen.
