Erkrankungen
Spat beim Pferd: Ursachen, Symptome und Behandlung
Spat ist eine der häufigsten Ursachen für Lahmheit bei Pferden. Es handelt sich um Arthrose des Sprunggelenks, bei der der Gelenkknorpel langsam abbaut und Knochenanbauten entstehen. Frühzeitiges Erkennen und gutes Management machen einen großen Unterschied: Viele Pferde mit Spat können bei richtiger Behandlung noch jahrelang sportlich oder freizeitreiterlich eingesetzt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Spat entsteht, wie man ihn erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Veröffentlicht: 5/23/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV
Was genau ist Spat?
Spat (auch 'Spavin' genannt) ist eine Arthrose der kleinen Gelenke an der Innenseite des Sprunggelenks, insbesondere des distalen Intertarsalgelenks und des Tarsometatarsalgelenks. Durch Verschleiß oder Überlastung wird der Knorpel beschädigt. Der Körper reagiert mit Knochenbildung, um das Gelenk zu stabilisieren. Im Frühstadium ist diese Knochenbildung schmerzhaft; sobald die Gelenke vollständig verknöchert sind (Ankylose), verschwindet der Schmerz häufig von selbst. Dieser Prozess dauert durchschnittlich ein bis drei Jahre. Junge Pferde im Alter von 5 bis 10 Jahren sind überrepräsentiert, aber auch ältere Pferde können Spat entwickeln. Bei Warmblütern und Pferden, die viel Sprungarbeit leisten, ist das Risiko höher.
Frühe Anzeichen erkennen
Spat beginnt oft subtil. Achten Sie auf folgende Anzeichen, besonders nach Ruhe oder bei kaltem Wetter:
- Steifheit in den ersten Schritten nach dem Aufstehen oder nach längerem Stehen
- Leichte Lahmheit an einem oder beiden Hinterbeinen, die sich nach 10–15 Minuten 'einreitet'
- Sichtbare Schwellung an der Innenseite des Sprunggelenks
- Verminderte Beugung des Sprunggelenks während der Bewegung
- Positiver Beugetest des Hinterbeins bei der tierärztlichen Untersuchung
Diagnose: Wie bestätigt man Spat?
Besteht der Verdacht auf Spat, sollten Sie Ihren Tierarzt hinzuziehen. Die Diagnose beginnt mit einer klinischen Bewegungsuntersuchung und einem Beugetest. Anschließend folgt fast immer eine Röntgenuntersuchung: Auf Röntgenbildern sind Knochenanbauten, Verschmälerung des Gelenkspalts und Sklerose sichtbar. Eine Ultraschalluntersuchung kann zusätzliche Informationen über Weichteile liefern. Manchmal wird eine diagnostische Leitungsanästhesie gesetzt, um die Schmerzquelle zu bestätigen. Erfassen Sie die Befunde, Röntgenbilder und tierärztlichen Berichte sofort an einem Ort im Pferdedossier von EquiSight, damit Sie bei Folgebesuchen stets einen vollständigen Überblick haben.
Behandlungsmöglichkeiten im Überblick
Es gibt keine Behandlung, die Arthrose rückgängig macht, aber die Beschwerden lassen sich gut managen. Das Vorgehen hängt vom Stadium und der Schwere ab:
- NSAIDs (wie Phenylbutazon) zur Schmerzbekämpfung in akuten und schmerzhaften Phasen
- Intraartikuläre Kortikosteroide oder Hyaluronsäure zur lokalen Entzündungshemmung und Gelenkschmierung
- Radiofrequenzablation (RFA) oder chemische Ankylose mit Natriumjodessigsäure, um die Ankylose zu beschleunigen
- Chirurgische Ankylose in hartnäckigen Fällen, bei denen konservative Behandlung nicht ausreicht
- Spezialbeschlag oder orthopädischer Beschlag, um die Belastung des Sprunggelenks zu verringern
- Gezielte Physiotherapie oder Rehabilitationstraining zur Unterstützung der umliegenden Muskulatur
Bewegung und Training bei Spat
Ruhe ist selten die beste Lösung. Kontrollierte Bewegung hält die Gelenkumgebung geschmeidig und verlangsamt den weiteren Verschleiß. Ein Aufbauprogramm von 20 Minuten Schritt pro Tag ist ein guter Ausgangspunkt in einer schmerzhaften Phase. Sobald sich das Pferd komfortabler bewegt, steigern Sie langsam mit mehr Schritt und leichtem Trab. Vermeiden Sie starke Kollektion, enge Wendungen und viel Sprungarbeit, solange das Gelenk gereizt ist. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um Trainingseinheiten und Erholungsphasen festzuhalten, und bitten Sie EquiCoach um einen Trainingsplan, der auf das Stadium der Genesung abgestimmt ist.
Ernährung und Ergänzungsmittel: Was wirkt?
Es gibt keine Ergänzungsmittel, die Arthrose heilen, aber einige Inhaltsstoffe können die Gelenkgesundheit unterstützen. Besprechen Sie Dosierung und Kombinationen stets mit Ihrem Tierarzt:
- Glucosamin und Chondroitinsulfat: unterstützen den Knorpelstoffwechsel, sinnvoll bei langfristiger Anwendung
- MSM (Methylsulfonylmethan): hat entzündungshemmende Eigenschaften und wird gut vertragen
- Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Fischöl): reduzieren systemische Entzündungen
- Kurkuma (Curcumin): vielversprechend, aber die biologische Verfügbarkeit bei Pferden ist begrenzt
Prävention und Langzeitmanagement
Spat lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko kann verringert und das Fortschreiten verlangsamt werden. Achten Sie auf einen korrekten Hufbeschlag: Ein Ungleichgewicht von nur wenigen Millimetern erhöht den Druck auf die kleinen Tarsalgelenke bereits spürbar. Lassen Sie die Hufe alle 6 bis 8 Wochen von einem diplomierten Hufschmied bearbeiten. Steigern Sie die Trainingsintensität schrittweise, insbesondere bei jungen Pferden. Achten Sie auf das Gewicht: Jedes zusätzliche Kilogramm erhöht die Gelenkbelastung. Dokumentieren Sie Huf-Score, Gewicht und Bewegungsmuster regelmäßig im Pferdedossier von EquiSight, damit Sie Trends frühzeitig erkennen.
