Erkrankungen

Stringhalt bei Pferden: Ursachen und Behandlung

Stringhalt ist eine Bewegungsstörung, bei der ein Pferd ein oder beide Hinterbeine beim Laufen übermäßig hoch anhebt. Das sieht auffällig aus und kann Pferdebesitzer erheblich beunruhigen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Stringhalt genau ist, wie Sie ihn erkennen, welche möglichen Ursachen es gibt und welche Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen. So wissen Sie, was Sie erwartet, wenn Ihr Tierarzt diese Diagnose bei Ihrem Pferd stellt.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Stringhalt bei Pferden: Ursachen und Behandlung — illustratie bij EquiSight Erkrankungen

Was ist Stringhalt genau?

Bei Stringhalt zieht ein Pferd bei jedem Schritt ein Hinterbein krampfartig und unwillkürlich in Richtung Bauch hoch, manchmal so hoch, dass der Huf die Bauchdecke berührt. Dies geschieht durch unkontrollierte Muskelkontraktionen in den Oberschenkelmuskeln, insbesondere des Musculus tibialis cranialis. Das Pferd hat darüber keine Kontrolle. Die Störung fällt am deutlichsten im Schritt und beim Rückwärtsgehen auf, ist im Trab jedoch manchmal kaum sichtbar. Stringhalt kann in einem Bein (unilateral) oder in beiden Beinen (bilateral) auftreten. Bilaterale Formen sehen manchmal wie ein ‚federndes' oder igelartiges Gangmuster aus und sind häufig schwerwiegender.

Zwei Hauptformen: klassisch und Weide

Es gibt zwei klar zu unterscheidende Formen:

  • Klassischer Stringhalt: entsteht allmählich und ist häufig einseitig. Die genaue Ursache lässt sich nicht immer ermitteln, jedoch spielen Nervenschäden oder Narbengewebe rund um das Sprunggelenk vermutlich eine Rolle.
  • Weide-Stringhalt (australische Form): tritt plötzlich bei mehreren Pferden gleichzeitig auf derselben Weide auf. Dieser wird mit dem Verzehr bestimmter Pflanzen wie dem Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) oder bestimmter Pilze in Verbindung gebracht, die ein Neurotoxin enthalten.
  • Weide-Stringhalt verschwindet häufig von selbst, sobald die Pferde von der betreffenden Weide entfernt werden, manchmal innerhalb weniger Wochen bis Monate.
  • Klassischer Stringhalt spricht weniger vorhersehbar auf eine Behandlung an und kann chronisch werden.
  • Beide Formen erfordern eine tierärztliche Beurteilung, um die richtige Vorgehensweise zu bestimmen.

Wie erkennen Sie die Symptome?

Die wichtigsten Merkmale, die Sie als Besitzer beobachten können, sind:

  • Übermäßig hohes Anheben eines oder beider Hinterbeine im Schritt
  • Das Bein ‚schießt' unwillkürlich nach oben, manchmal mehrmals pro Schritt
  • Die Beschwerden nehmen häufig bei Kälte, Stress oder nach Ruhephasen zu
  • Rückwärtsgehen ist in der Regel am schwierigsten und am deutlichsten betroffen
  • Im Trab oder Galopp können die Symptome vorübergehend weniger auffällig sein

Diagnose und Untersuchung durch den Tierarzt

Es gibt keinen einzelnen Bluttest oder ein bildgebendes Verfahren, das Stringhalt bestätigt. Die Diagnose ist klinisch: Der Tierarzt beurteilt die Bewegung im Schritt, beim Rückwärtsgehen und gegebenenfalls nach einem Beugetest. Weiterführende Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen des Sprunggelenks oder ein EMG (Elektromyographie) können helfen, andere Erkrankungen auszuschließen oder den Schweregrad einzuschätzen. Notieren Sie vorher, wie lange die Beschwerden bereits bestehen, auf welcher Weide das Pferd stand und ob andere Pferde ähnliche Symptome zeigen. Das hilft dem Tierarzt enorm. Solche Beobachtungen können Sie auch im Pferdedossier von EquiSight festhalten, damit Sie beim Konsultationstermin nichts vergessen.

    Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

    • Weidemanagement: Bei Weide-Stringhalt das Pferd sofort von der betreffenden Weide nehmen und reichlich Einstreu bereitstellen
    • Nahrungsergänzung: Vitamin E und Selen werden manchmal zur Unterstützung des Nervengewebes eingesetzt, in Absprache mit dem Tierarzt
    • Physiotherapie und Bewegung: Leichte, kontrollierte Bewegung hilft manchen Pferden, die Muskelkoordination zu verbessern
    • Medikamente: Phenytoin (Antiepileptikum) wurde bei schweren Fällen eingesetzt, mit wechselnden Ergebnissen
    • Chirurgie: Bei hartnäckigem klassischem Stringhalt kann eine Tenektomie (Entfernung eines Teils der lateralen Strecksehne) Abhilfe schaffen; die Heilungschancen nach der Operation liegen bei etwa 60–70%

    Prognose und was Sie erwarten können

    Die Prognose unterscheidet sich je nach Form erheblich. Pferde mit Weide-Stringhalt erholen sich in vielen Fällen innerhalb von drei bis sechs Monaten vollständig, sofern sie rechtzeitig von der Weide entfernt werden. Bei klassischem Stringhalt ist das Bild differenzierter: Milde Fälle bleiben manchmal stabil und reitbar, während schwere Fälle trotz Behandlung schlechter werden. Eine regelmäßige Überwachung ist unerlässlich. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um tierärztliche Kontrollen und Physiotherapietermine festzuhalten, und legen Sie Videoaufnahmen im Dossier ab, damit Sie Fortschritte oder Verschlechterungen objektiv vergleichen können. So behalten Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam die Situation im Griff.

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