Gesundheit
Tränende Augen bei Pferden: Was bedeutet das?
Ein nasses Auge bei deinem Pferd fällt leicht auf, aber anhaltender Tränenfluss kann ein Signal dafür sein, dass etwas nicht stimmt. Die Ursachen sind sehr vielfältig: von einem Staubkorn unter dem Augenlid bis hin zu einer ernsthaften Infektion oder Verstopfung der Tränenkanäle. In diesem Artikel erfährst du, wie du häufige Ursachen erkennst, wann du sofort den Tierarzt rufst und was du selbst tun kannst, um das Auge gut im Blick zu behalten.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Warum tränen Pferdeaugen eigentlich?
Tränen sind normal: Sie halten die Augenoberfläche feucht und spülen kleine Reizungen weg. Überschüssige Tränenflüssigkeit fließt über die Tränenkanäle zur Nase ab. Gibt es dabei ein Problem – durch Verstopfung, Schwellung oder ein strukturelles Problem – läuft die Flüssigkeit über die Wange. Das erkennst du an nassen, manchmal verklebten Haaren unter dem Auge, manchmal mit einem bräunlichen Belag. Bei einem einzelnen nassen Auge ohne weitere Symptome kann es sich um eine vorübergehende Reizung handeln. Sind beide Augen gleichzeitig betroffen oder siehst du Schleim, Krusten oder Rötungen, steckt mehr dahinter.
Häufige Ursachen im Überblick
- Staubpartikel, Samen oder Insekten unter dem Augenlid – die häufigste Ursache im Sommer
- Konjunktivitis (Bindehautentzündung) durch Bakterien, Viren oder Allergene
- Verstopfung oder Entzündung des Nasolacrimalkanals (Tränenkanal)
- Uveitis (periodische Augenentzündung): eine wiederkehrende Entzündung tief im Auge
- Trauma oder Wunde am Augenlid oder an der Hornhaut, oft durch Äste oder Zäune
- Fliegenreizung oder allergische Reaktion auf Blütenstaub im Frühjahr
Wann ist Tränenfluss ein Notfall?
Ruf sofort den Tierarzt, wenn du neben dem Tränenfluss auch eines oder mehrere der folgenden Zeichen siehst:
- Das Auge ist halb zugekniffen oder die Muskeln rund um das Auge zittern
- Die Hornhaut ist trüb oder hat einen blauen oder weißen Schleier
- Es ist sichtbarer Schleim oder Eiter aus dem Auge vorhanden
- Das Auge ist geschwollen oder der Augapfel wirkt kleiner als normal
- Dein Pferd ist lichtscheu oder meidet aktiv das Tageslicht
Was kannst du selbst überprüfen?
Stelle dich bei gutem Licht vor dein Pferd und betrachte beide Augen. Achte auf Symmetrie: Sind sie gleich groß, gleich klar, gleich weit geöffnet? Taste vorsichtig entlang des oberen Augenlids nach sichtbaren Schwellungen. Kontrolliere auch den Tränenpunkt im inneren Augenwinkel – eine kleine rosafarbene, knopfartige Struktur. Ist dieser rot oder geschwollen, liegt möglicherweise eine Tränenkanaalentzündung vor. Spülen mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9 %) kann ein loses Staubkorn entfernen, aber verwende niemals normales Leitungswasser und keinesfalls Tropfen für Menschen. Notiere deine Beobachtungen im Pferdedossier in EquiSight, einschließlich Datum und Foto, damit du Veränderungen über mehrere Tage vergleichen kannst.
Behandlung: Was macht der Tierarzt?
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei einer bakteriellen Konjunktivitis verschreibt der Tierarzt antibiotische Augentropfen, in der Regel 3 bis 4 Mal täglich über 5 bis 7 Tage. Ein verstopfter Tränenkanal wird mit einer sterilen Lösung über einen dünnen Schlauch gespült. Uveitis erfordert ein intensiveres Behandlungskonzept: Entzündungshemmer, manchmal Kortikosteroide und regelmäßige Kontrollen, da unbehandelte Uveitis langfristig zur Erblindung führen kann. In EquiSight speicherst du Medikationspläne und Folgetermine im Kalender, damit du keinen Behandlungstermin vergisst.
Vorbeugung: So verringerst du das Risiko von Problemen
- Hänge während der Fliegenzeit von Mai bis September eine Fliegenmaske auf
- Sorge für ausreichende Belüftung im Stall: Staub und Ammoniakdämpfe reizen die Schleimhäute
- Kontrolliere Weidekoppeln auf hervorstehende Äste oder Stacheldraht auf Augenhöhe
- Füttere Heu möglichst vom Boden oder aus einem geschlossenen Raufen, nicht aus einem hohen Futterkorb
- Plane eine jährliche Augenkontrolle beim Tierarzt ein, besonders bei älteren Pferden über 15 Jahre
Tränende Augen mit EquiSight im Blick behalten
Augenprobleme sind ohne Vergleichsmaterial schwer zu beurteilen. Mit der Fotofunktion im Pferdedossier machst du täglich ein einheitliches Foto des betroffenen Auges. EquiCoach analysiert die Beschreibung, die du eingibst, und gibt dir gezielte Fragen mit, die du deinem Tierarzt vorlegen kannst. So gehst du gut vorbereitet in die Praxis und verschwendest keine Konsultationszeit mit Basisinformationen.
