Saison
Frostperiode im Stall: Routine und Risiken
Sobald die Temperatur unter null sinkt, verändert sich die tägliche Stallroutine erheblich. Eingefrorene Tränken, rutschige Wege und ein Pferd, das sich weniger bewegt: Frost bringt spezifische Risiken mit sich, auf die man als Besitzer gut vorbereitet sein muss. In diesem Artikel erfährst du, welche Punkte wirklich wichtig sind, wie du die Gesundheit deines Pferdes im Blick behältst und wie du mit einer cleveren Routine die meisten Probleme vermeidest.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Warum Frost besondere Aufmerksamkeit erfordert
Bei Temperaturen unter null verändern sich die Bedürfnisse deines Pferdes spürbar. Der Energiebedarf steigt um etwa 10 bis 15 Prozent pro 10 Grad, die die Temperatur unter die thermoneutrale Zone des Pferdes fällt, die bei etwa 5°C liegt. Gleichzeitig nimmt die Trinkbereitschaft ab, weil kaltes Wasser weniger attraktiv ist. Das erhöht das Risiko von Dehydration und indirekten Problemen wie Darmkoliken. Kombiniert mit eingeschränkter Bewegung durch eingefrorene Paddocks entsteht eine Situation, die eine angepasste Routine erfordert. Es lohnt sich, täglich eine feste Kontrollrunde durchzuführen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Trinkwasser: die größte Gefahr bei Frost
Ein Pferd benötigt täglich 25 bis 50 Liter Wasser. Bei Frost trinken viele Pferde weniger, wenn das Wasser zu kalt oder gefroren ist. Kontrolliere Tränken mindestens zweimal täglich und verwende nach Möglichkeit eine beheizte Tränke oder eine Tränkenheizung. Studien zeigen, dass Pferde mehr trinken, wenn das Wasser zwischen 7 und 15°C warm ist. Biete neben dem Raufutter auch lauwarmes Wasser an, besonders nach dem Reiten. Erfasse im Pferdedossier von EquiSight, wie viel dein Pferd durchschnittlich trinkt – so erkennst du schnell, wenn die Aufnahme sinkt.
Raufutter und Energiebedarf anpassen
Das Verdauen von Heu erzeugt Wärme von innen: eine extra Portion Raufutter ist buchstäblich eine günstige Heizung. Erhöhe die Heugabe bei anhaltendem Frost um 10 bis 20 Prozent und verteile sie auf mindestens drei Mahlzeiten täglich, damit das Pferd kontinuierlich frisst und die Darmtätigkeit in Gang bleibt. Vorsicht beim drastischen Erhöhen von Kraftfutter – das vergrößert das Risiko von Hufrehe und Kolik. Nutze den EquiCoach in der App, um schnell eine Fütterungsempfehlung abzurufen, die zum Gewicht und zur Aktivität deines Pferdes passt.
Sicherheit im Stall und auf dem Hof – Checkliste
- Streue Sand oder Sägemehl auf vereiste Wege und Laufstreifen, bevor du die Pferde nach draußen bringst
- Kontrolliere die Hufe täglich: Schneebälle in den Hufen verursachen Ausrutschen – erwäge Schneekissen oder Vaseline unter dem Huf
- Überprüfe Stalltüren und Lüftungsklappen: Zugluft ist schädlicher als Kälte selbst
- Verwende keine Glättemittel (Salz) direkt in der Nähe von Tränken – Pferde meiden Salzwasser
- Kontrolliere Decken täglich auf Nässe oder Verrutschen; eine nasse Decke kühlt schneller aus als gar keine Decke
Bewegung und Training bei Frost
Pferde, die mehrere Tage im Stall stehen, werden unruhiger und das Risiko von Lymphangitis (Koldfeuer) steigt. Longieren auf einem trockenen, ebenen Untergrund ist eine gute Alternative, wenn die Außenreitbahn gefroren ist. Begrenztes Reiten in einer überdachten Reithalle ist in Ordnung, aber achte darauf, dass das Pferd sich ausreichend aufwärmt – mindestens 10 Minuten im Schritt – bevor du Anstrengung forderst. Nach dem Reiten vollständig abtrocknen lassen und erst in die Box bringen, wenn die Haut sich trocken anfühlt. Plane Bewegungseinheiten direkt im EquiSight-Kalender, damit du keinen Tag aussetzt.
Gesundheitssignale, die täglich zu prüfen sind
- Appetit: langsameres Fressen oder liegengelassenes Raufutter kann auf Unwohlsein hinweisen
- Kotproduktion: weniger oder trockene Kotballen können auf ein Kolikrisiko hindeuten
- Hufe: erhöhte Temperatur im Huf kann auf eine Entzündungsreaktion hinweisen
- Atmung: trockene Stallluft erhöht das Risiko von Atemwegsreizungen
- Verhalten: übermäßiges Scharren oder Liegen kann ein Signal für Krämpfe oder Unwohlsein sein
Frostperiode im Pferdedossier festhalten
Eine Frostperiode dauert manchmal nur zwei Tage, manchmal zwei Wochen. Indem du täglich eine kurze Notiz im Pferdedossier ergänzt – Wasseraufnahme, Futtermenge, Bewegung, Verhalten – hast du im Nachhinein ein klares Bild, wenn der Tierarzt etwas nachschlagen möchte. EquiSight bietet dir außerdem die Möglichkeit, Erinnerungen für wiederkehrende Kontrollen einzustellen, wie das Überprüfen der Tränken oder das Wechseln der Decken. Wenig Aufwand, großer Überblick.
