Erkrankungen

Lyme-Borreliose bei Pferden: Symptome erkennen

Lyme-Borreliose tritt bei Pferden häufiger auf, als viele Besitzer vermuten. Das Bakterium Borrelia burgdorferi, das durch Zecken übertragen wird, kann bei Pferden ein breites Spektrum an Beschwerden verursachen – von vagen Lahmheiten bis hin zu schwerwiegenden Gelenkproblemen. Das Schwierige daran ist, dass die Symptome stark anderen Erkrankungen ähneln, weshalb Lyme oft spät erkannt wird. In diesem Artikel erfahren Sie, auf welche Anzeichen Sie achten sollten, wann Sie den Tierarzt hinzuziehen und wie Sie Ihre Beobachtungen im Pferdedossier von EquiSight festhalten.

Veröffentlicht: 5/24/2026

EquiSight Editorial

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Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Lyme-Borreliose bei Pferden: Symptome erkennen — illustratie bij EquiSight Erkrankungen

Wie infiziert sich ein Pferd mit Lyme?

Zecken sind in den Niederlanden von März bis November aktiv, mit einem Höhepunkt in den Monaten April–Juni und August–Oktober. Das größte Risiko besteht für Pferde in Gebieten mit hohem Gras, Waldrändern und Heideflächen – etwa auf der Veluwe, dem Utrechter Hügelrücken und der Achterhoek. Der Zeckenstich selbst fällt selten auf, da sich Zecken bei Pferden häufig in der Achsel, der Leiste, am Hals oder unter der Mähne festsetzen. Die Bakterien werden erst nach 24 bis 48 Stunden Anheftung übertragen, sodass regelmäßiges Absuchen die Infektionsgefahr erheblich verringert. Nicht jedes gebissene Pferd entwickelt Beschwerden: Ein Teil serokonvertiert ohne sichtbare Erkrankung.

Frühe Symptome, auf die Sie achten sollten

Die ersten Anzeichen von Lyme bei Pferden sind unspezifisch und entwickeln sich allmählich. Dadurch werden sie leicht als 'schlechter Tag' oder Muskelkater nach Belastung abgetan. Achten Sie besonders auf:

  • Wechselnde oder unerklärliche Lahmheit, häufig an mehreren Gliedmaßen gleichzeitig
  • Erhöhte Berührungsempfindlichkeit an Rücken, Hals oder Gliedmaßen
  • Nachlassende Leistung und schnellere Ermüdung beim Reiten
  • Ungewöhnliche Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit oder Rückzug
  • Leichtes Fieber (über 38,5 °C) und allgemeine Mattigkeit

Spätere und schwerwiegendere Beschwerden

Wird Lyme nicht behandelt, können die Beschwerden ernster werden und mehrere Organsysteme betreffen. Im fortgeschrittenen Stadium zeigen Pferde manchmal:

  • Deutliche Gelenkentzündungen mit warmen, geschwollenen Gelenken
  • Neurologische Symptome: Koordinationsprobleme, Stolpern oder Ataxie
  • Augenentzündung (Uveitis), erkennbar an einer trüben oder rötlich verfärbten Iris
  • Gewichtsverlust trotz normaler Futteraufnahme
  • Muskelabbau, besonders sichtbar in der Gesäßmuskulatur

Abgrenzung von anderen Erkrankungen

Lyme wird auch als 'der große Imitator' bezeichnet, weil die Symptome stark mit anderen häufigen Pferdeerkrankungen überlappen. Lahmheit und Rückenbeschwerden können auch auf Hufrehe, Kissing Spines oder Muskelschäden hinweisen. Uveitis tritt ebenfalls ohne Lyme-Infektion auf. Verhaltensänderungen werden manchmal fälschlicherweise Trainingsfehlern oder Charaktereigenschaften zugeschrieben. Genau deshalb ist es so wertvoll, Symptome systematisch festzuhalten. Im Pferdedossier von EquiSight können Sie pro Datum Notizen hinzufügen, sodass der Tierarzt ein klares Bild des zeitlichen Verlaufs erhält. Das beschleunigt die Diagnostik erheblich.

Wann ziehen Sie den Tierarzt hinzu?

Ziehen Sie sofort einen Tierarzt hinzu, wenn Ihr Pferd zwei oder mehr der oben genannten Symptome zeigt, insbesondere nach einer aktiven Zeckensaison oder einem Aufenthalt in einem Risikogebiet. Der Tierarzt kann Blut für einen C6-Antikörpertest oder einen Western Blot entnehmen. Beachten Sie, dass ein positives Ergebnis lediglich belegt, dass das Pferd dem Bakterium ausgesetzt war; erst in Kombination mit klinischen Beschwerden wird von einer aktiven Infektion gesprochen. Nutzen Sie den Kalender in EquiSight, um Termine zu planen und Ergebnisse dem Dossier zuzuordnen.

Prävention: So reduzieren Sie das Risiko

  • Suchen Sie Ihr Pferd täglich auf Zecken ab, mit besonderer Aufmerksamkeit für Achsel, Leiste und Halsbereich
  • Entfernen Sie Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange – niemals quetschen oder drehen
  • Verwenden Sie ein zugelassenes zeckenabwehrendes Mittel; fragen Sie Ihren Tierarzt nach pferdefreundlichen Optionen
  • Meiden Sie hohes Gras und Waldränder während der Hochsaison im Frühjahr und Herbst
  • Erfassen Sie Zeckenstiche und deren Stellen im EquiSight-Pferdedossier für einen vollständigen Gesundheitsüberblick

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