Dressur
Seitengänge erlernen: Schulterherein und Travers
Seitengänge sind die Grundbausteine der fortgeschrittenen Dressur, eignen sich aber auch hervorragend dazu, dein Pferd geschmeidiger, stärker und ausgewogener zu machen. Schulterherein und Travers ähneln sich, verlangen jedoch jeweils eine andere Hilfengebung und eine andere Körperhaltung des Pferdes. Sobald du den Unterschied verstehst und weißt, wie du die Übungen Schritt für Schritt aufbaust, kannst du sie systematisch trainieren. In diesem Artikel erfährst du, wie du beide Seitengänge anlernst, welche Fehler am häufigsten vorkommen und wie du deinen Fortschritt verfolgst.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was macht Seitengänge wertvoll?
Seitengänge verlangen, dass das Pferd seine Hinterhand unter seinen Schwerpunkt bringt, während es sich auf zwei oder drei Spuren bewegt. Das erfordert Koordination, Losgelassenheit und Kraft. Schulterherein wird oft als die 'Mutter aller Übungen' bezeichnet: Das Pferd biegt sich gleichmäßig durch den gesamten Körper, während die innere Hinterhand unter den Schwerpunkt tritt. Dies stärkt die Schubkraft und verbessert die Anlehnung. Travers – auch als Gruppenherein bezeichnet – legt mehr Gewicht auf die Versammlung und die Biegung durch die Hinterhand. Beide Übungen legen eine solide Grundlage für Pirouetten, Passage und Piaffe zu einem späteren Zeitpunkt in der Ausbildung. Im Durchschnitt dauert es vier bis acht Wochen konsequenter Arbeit, bis ein grünes Pferd beide Übungen einigermaßen versteht.
Schulterherein: Hilfen Schritt für Schritt
Reite dein Pferd auf einer langen Seite in einem flüssigen Arbeitstrab. In der Mitte der kurzen Seite fragst du eine leichte Biegung nach innen, als würdest du eine Volte von acht Metern reiten. Kurz bevor du die lange Seite erreichst, behältst du diese Biegung bei und lässt die Schultern des Pferdes nach innen kommen. Die Hufe bewegen sich nun auf drei Spuren: Die innere Schulter bewegt sich über die Spur der äußeren Hinterhand.
- Die innere Hand führt die Schulter nach innen und gibt danach nach
- Die äußere Hand bewacht das Tempo und die Biegung
- Das innere Bein am Gurt fragt die Biegung und die Energie
- Das äußere Bein etwas hinter dem Gurt verhindert, dass die Hinterhand ausweicht
- Winkel: 30 Grad zur Wand ist korrekt für Klasse B
Travers: So unterscheidet es sich vom Schulterherein
Beim Travers schaut das Pferd in die Bewegungsrichtung, und die Hinterhand bewegt sich nach innen, während die Schultern auf der Bahnlinie bleiben. Das Pferd biegt sich um dein inneres Bein, das nun etwas hinter dem Gurt sitzt. Das äußere Bein gibt den Impuls, die Hinterhand nach innen zu fragen. Beginne im Schritt und verlange nur eine leichte Vierhufigkeit: Der innere Vorder- und Hinterhuf bewegen sich in einer Linie. Sobald das gelingt, wiederholst du die Übung im Trab. Travers auf einer Volte ist eine ausgezeichnete Aufbauübung für die Pirouette.
- Das innere Bein hinter dem Gurt fragt die Biegung und die seitliche Bewegung
- Das äußere Bein am Gurt hält die Schulter auf der Bahnlinie
- Die innere Hand erhält die Biegung und gibt zum richtigen Zeitpunkt nach
- Die äußere Hand regelt Tempo und Rahmen
- Strebe nach vier bis sechs gut gebogenen Tritten, bevor du eine Pause einlegst
Häufige Fehler und wie du sie behebst
Der häufigste Fehler beim Schulterherein ist zu viel Biegung im Hals ohne Biegung durch den Rumpf. Das Pferd 'knickt' dann mit dem Hals nach innen, während die Hinterhand gerade durchläuft. Überprüfe dies, indem du bewusst spürst, ob dein inneres Bein Widerstand fühlt: Das ist ein Zeichen echter Biegung. Beim Travers siehst du oft, dass das Pferd die Hinterhand zu weit nach innen bringt – mehr als vier Spuren –, wodurch die Übung zusammenbricht und das Pferd sein Gewicht auf die äußere Schulter verlagert. Bringe in diesem Fall die Hinterhand auf zwei Spuren zurück und beginne von vorne. Notiere deine Beobachtungen im Pferdedossier von EquiSight, damit du Muster über mehrere Trainingseinheiten hinweg vergleichen kannst.
Aufbau in vier Wochen
- Woche 1: Schulterherein im Schritt, kurze Serien von 6–8 Tritten auf der langen Seite
- Woche 2: Schulterherein im Trab, Travers im Schritt einführen
- Woche 3: Beide Übungen im Trab, abwechselnd auf der langen Seite und auf der Volte
- Woche 4: Travers im Trab, kombinieren mit Renvers oder halber Pirouette als Belohnung
- Zwischendurch: Nutze den EquiSight-Kalender, um Trainingseinheiten zu planen und Erholungstage einzubauen
EquiCoach bei Seitengängen nutzen
Bist du unsicher, ob deine Hilfen stimmen, oder möchtest du wissen, warum dein Pferd immer auf die äußere Schulter fällt? Stelle deine Frage an EquiCoach in der App. Die Intelligenz analysiert den Kontext deines Pferdedossiers – Trainingshistorie, Alter, Niveau – und gibt konkrete Vorschläge, beispielsweise eine spezifische vorbereitende Übung oder eine Anpassung deiner Sitzhaltung. So hast du immer einen Ansprechpartner, auch wenn dein Trainer nicht dabei ist.
