Erkrankungen
Sommerekzem: So erstellst du einen Behandlungsplan
Sommerekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Pferden in den Niederlanden. Es wird durch eine allergische Reaktion auf die Speichelproteine der Culicoides-Mücke ausgelöst, auch bekannt als Gnitzen oder Bartmücke. Jedes Jahr sind Tausende von Pferdebesitzern mit einem Pferd konfrontiert, das sich wundscheuert, kahle Stellen entwickelt und von Mai bis Oktober sichtbar unter Beschwerden leidet. Ein guter Behandlungsplan kombiniert Prävention, Umgebungsmanagement und gezielte Behandlung — und macht den Unterschied zwischen einem Pferd, das gut durch den Sommer kommt, und einem Pferd, das monatelang leidet.
Veröffentlicht: 5/24/2026
EquiSight Editorial
Redactie · EquiSight · SaFleu Equestrian Centre BV

Was genau ist Sommerekzem?
Sommerekzem ist keine Infektion, sondern eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Das Pferd reagiert übermäßig auf Proteine im Speichel von Culicoides-Mücken, die vor allem rund um Sonnenauf- und Sonnenuntergang aktiv sind. Die typischen Symptome sind starker Juckreiz an Mähne, Schweifwurzel, Bauchlinie und Ohren, gefolgt von Scheuern, Kahlstellen und Wunden. Manche Pferde zeigen bereits nach einem einzigen Mückenstich Beschwerden; andere benötigen wiederholte Exposition, bevor die Überempfindlichkeit entsteht. Einmal vorhanden, verschlimmert sich die Allergie in der Regel jedes Jahr. Das macht ein frühzeitiges Eingreifen unerlässlich.
Die ersten Anzeichen rechtzeitig erkennen
Je früher du eingreifst, desto weniger Schaden nimmt das Pferd. Achte zu Beginn der Mückensaison auf diese ersten Anzeichen:
- Unruhe beim Weidegang in der Dämmerung, vermehrtes Zucken und Stampfen
- Leichter Haarausfall oder dünnes Haar an der Schweifwurzel oder der Mähne
- Kleine schuppige oder feuchte Stellen an der Bauchlinie oder am Rücken
- Scheuern an Zaunpfählen, Bäumen oder der Stallwand
- Wunden oder Krusten ohne erkennbare äußere Ursache
Der Kern eines guten Behandlungsplans
Ein wirksamer Behandlungsplan für Sommerekzem stützt sich auf drei Säulen: die Reduzierung des Mückenkontakts, den Schutz der Haut und die Behandlung bestehender Beschwerden. Warte nicht, bis der Juckreiz stark wird. Beginne bereits bei den ersten warmen Nächten im Mai mit präventiven Maßnahmen. Kombiniere dabei immer eine Ekzemdecke oder einen Ekzemschutz mit mückenabweisenden Mitteln, denn keine einzelne Maßnahme ist allein ausreichend wirksam. Stelle außerdem sicher, dass dein Tierarzt frühzeitig in der Saison einbezogen wird, wenn das Pferd im vergangenen Jahr bereits Beschwerden hatte — Kortisoninjektionen sind am wirksamsten, wenn sie gegeben werden, bevor der Juckreiz eskaliert.
Praktische Maßnahmen zur Reduzierung des Mückenkontakts
- Stalle das Pferd in der Dämmerung und Nacht auf (Mücken sind am aktivsten von 18:00–21:00 Uhr und 5:00–8:00 Uhr)
- Verwende eine Ekzemdecke mit einer Maschenweite kleiner als 1 mm, einschließlich Bauchgurt und Halsteil
- Vermeide das Weiden in der Nähe von stehendem Wasser, Gräben oder tief gelegenen Weiden, wo Mücken brüten
- Trage Mückenabwehrmittel auf unbedeckten Stellen auf: Ohren, Schweifwurzel und Bauchlinie
- Installiere Ventilatoren im Stall — Mücken sind schlechte Flieger und meiden Luftströmungen
- Verwende Mückenlampen oder -fallen im und um den Stall
Hautbehandlung: von leicht bis schwerwiegend
Bei leichten Beschwerden helfen pflegende Cremes auf Zink- oder Calendula-Basis, die Haut zu beruhigen und zu schützen. Bei mäßigem Juckreiz mit beginnenden Wunden können auf ärztlichen Rat Kortikosteroid-Cremes eingesetzt werden. In schweren Fällen — bei denen das Pferd bereits ausgedehnte Kahlstellen oder offene Wunden hat — sind injizierbare Kortikosteroide oder Antihistaminika erforderlich. Manche Pferde sprechen gut auf Immuntherapie an, bei der das Pferd langsam kleinen Mengen von Mückenallergenen ausgesetzt wird. Dies ist ein Prozess von mehreren Monaten und erfordert die Abstimmung mit einem Veterinär-Dermatologen. Besprich diese Option, wenn die Beschwerden trotz aller präventiven Maßnahmen jedes Jahr wiederkehren.
Beschwerden und Behandlung dokumentieren
Konsequenz ist entscheidend für den Erfolg deines Behandlungsplans. Notiere täglich, welche Maßnahmen du ergreifst und wie das Pferd reagiert. Im Pferdedossier von EquiSight hältst du Symptome, verwendete Mittel und Beobachtungen fest — so siehst du genau, ob eine Anpassung Wirkung zeigt. Der Kalender erinnert dich daran, wann die Decke gewaschen werden muss, wann die nächste Tierarztkontrolle geplant ist oder wann du ein neues Mittel begonnen hast. EquiCoach kann anhand deiner Notizen Muster erkennen und dich auf wiederkehrende Auslöser hinweisen.
Ernährung und allgemeine Kondition unterstützen
Ein Pferd in guter Kondition reagiert weniger stark auf allergische Reize. Füge Omega-3-Fettsäuren über Leinöl hinzu (50–100 ml pro Tag), die unter anderem die Entzündungsreaktion in der Haut dämpfen. Sorge für ausreichend Vitamin E und Zink in der Ration — beide unterstützen die Hautbarriere. Vermeide Übergewicht, da dies die Entzündungsneigung erhöht. Begrenze zuckerreiche Futtermittel im Sommer und sorge für frisches Weidegras mit ausreichend Rohfaserangebot. Besprich die Ernährung mit deinem Hufschmied oder Tierarzt, wenn du dir nicht sicher bist, ob die aktuelle Ration zu den Beschwerden beiträgt.
